Beispiele aus der Praxis

Hinterhand aktivieren mit instabilem Untergrund

Die Besitzerin einer Isländerstute hat das langfristige und generelle Trainingsziel, dass die Stute ihre Hinterhand aktiver einsetzt. Hierfür ist eine vermehrte Rumpfstabilität notwendig.

Das Ziel unserer rund 30-minütigen Trainingseinheit war, dass das Pferd mit allen vier Hufen mindestens drei Sekunden lang auf der verkleinerten Plufsig-Matte steht (verkleinert = an beiden Seiten eingeklappt, sodass noch 3 Felder vorhanden sind). So wird an der posturalen Kontrolle gearbeitet, weil das Pferd sein Gleichgewicht über der kleineren Unterstützungsfläche auf instabilem Untergrund ausrichten und halten muss, und auf diese Weise die Stabilität des Rumpfes gefördert. Die kleinere Unterstützungsfläche erfordert ein vermehrtes Untertreten und somit ein aktives und bewusstes Einsetzen der Hinterhand.

Das Ziel wurde Schritt für Schritt erarbeitet und am Ende stand die Stute auf der verkleinerten instabilen Fläche.

Dass sich diese Übung positiv auf das Ziel der Besitzerin, die Hinterhand zu stärken, auswirkt, zeigte sich beim Anschließenden Rückwärtsrichten: Die Stute zeigte eine größere Diagonaltendenz als am Anfang der Einheit: Da ging die Stute sehr stockend rückwärts und schlurfte die Hufe.


Problem: Trittsicherheit und Balance

Der Wallach meiner Kundin zeigte Probleme in Sachen Trittsicherheit und Balance. Die PFERGO-Behandlung sollte ihm dabei helfen, mehr Balance zu finden. Um dies zu erreichen, standen die Rumpfstabilität und der Wahrnehmung der Hinterhand im Fokus.

In der Bewegung und beim Befundungsparcours zeigte sich, dass die Hinterhand sehr steif ist. Der Wallach trat nur wenig unter den Schwerpunkt und hob die Hufe nicht adäquat hoch – besonders deutlich beim Übertreten der Stangen. Auch war kaum Rückentätigkeit/Rückenbewegung zu erkennen. Das Pferd ging ohne Probleme über den instabilen Untergrund, zeigt jedoch Schwierigkeiten mit der Raum-Lage-Wahrnehmung (Hufe gezielt auf der Matte platzieren). Beim späteren Anhalten schwankt er stark.

Im Rahmen der anschließenden Behandlung (in Form von Übungen) zeigte sich nach 20 Minuten eine deutliche Verbesserung beim Übertreten der Stangen: Der Wallach übertrat die Stangen ohne sie mit der Hinterhand zu touchieren. Auch zeigte der Wallach zunehmend mehr Stabilität und in der Bewegung zeigte er eine zunehmend aktivere Hinterhand und mehr Rückenbewegung. Auch stand er geschlossener und schaffte es, im Halten die Hinterbeine mehr unter den Körperschwerpunkt zu bringen.