Eine persönliche Reise zur Akademischen Reitkunst

Kruppeherein in Versammlung mit Fünfgänger

Gastbeitrag von Anja Rut Hebel

Wie kommt man auf die Idee, einen Isländer nach der Akademischen Reitkunst auszubilden? Geht es hier nicht um hohe Schule, anspruchsvolle Dressur und Barock-Reiten? Was soll das mit Tölt und Reiten im Gelände zu tun haben? Um euch das zu erklären, möchte ich euch unsere Geschichte erzählen, die mich 2010 auf diesen Weg gebracht hat.

Meinen Isländer Glæðir vom Scherzingerhof kaufte ich angeritten mit 5 Jahren und machte mir damit meinen Kindheitstraum vom eigenen Islandpferd endlich wahr. Als Gangpferdeanfänger war es eine große Herausforderung für mich, diesen temperamentvollen Naturtölter mit viel  „Gangsalat“ und Schweinepass auszubilden.

Trotz mancher Schwierigkeiten – z. B. Durchgehen im Gelände, einrollen, unruhiges Maul, häufiges Stolpern – war ich überglücklich. Aber schon nach zwei Jahren schien unser gemeinsamer Weg zu Ende zu sein: Im Urlaub bekam ich einen Anruf von unserem Islandpferdehof: „Glæðir ist in der Tierklinik und musste operiert werden. Er war mit den anderen Pferden auf dem Winterauslauf und ist wohl gestürzt. Auf jeden Fall hatte er eine tiefe Wunde am rechten Karpalgelenk. Die Strecksehne hat auch was abbekommen. Aber die Operation ist gut verlaufen – mach dir keine Sorgen.“ Ich war wie erstarrt und machte mir natürlich große Sorgen.

Leider zu Recht – es begann ein Alptraum durch eine chronische Entzündung. Eine weitere Operation brachte keine Besserung, die riesige Narbe heilte einfach nicht. Der Termin zum Einschläfern war schon vereinbart, als ich mich verzweifelt zu einem Klinikwechsel entschloss. Dort musste nochmal operiert werden. Ein tischtennisballgroßer, alter Eiterherd konnte entfernt werden und danach ging es bergauf. Das verletzte Vorderbein hatte nur noch 20 Prozent Beugung, aber die Physiotherapeuten in der Klinik haben Großartiges geleistet. Die Beweglichkeit kam wieder, allerdings bleibt das Narbengewebe eine Schwachstelle.

Da stand ich nun ein halbes Jahr später, hatte ein kleines Vermögen für die Behandlungen ausgegeben, mein achtjähriges Pferd war voraussichtlich nur noch eingeschränkt reitbar, aber es lebte. Ich musste mich mit ganz neuen Dingen beschäftigen – Umstellung auf barhuf, Stallwechsel eine kleine, ruhige Pferdegruppe und Selbstversorgung, gymnastizierende Bodenarbeit. Das hatte mir der Tierarzt empfohlen, damit Glæðir seine Vorhand entlastet. Aber wie sollte ich das machen?

Neustart mit der Akademischen Reitkunst

Eine Freundin aus Norddeutschland empfahl mir Bodenarbeit nach der Akademischen Reitkunst. Von dem dänischen Reitmeister Bent Branderup hatte ich vorher noch nie etwas gehört. Aber es gab Bücher und Online-Kurse mit Videos, die ich mir kaufte. Das war der erste Schritt in eine faszinierende, für mich ganz neue Welt. Vom Boden aus bildete ich mein Pferd quasi noch mal ganz von vorne aus.

Ich reite seit meinem 6. Lebensjahr, hatte aber Reitunterricht eher als „Anweisungsunterricht“ kennen gelernt. Mir war nicht klar, welche Logik hinter der Hilfengebung steckt, wie man diese dem Pferd vermittelt und wie sie auf die Bewegungen des Pferdes abzustimmen sind. Bent Branderup ist ein hervorragender Didaktiker und endlich begann ich zu verstehen. Ich lernte anfangs komplett autodidaktisch, ließ mich immer wieder filmen und schulte meinen Blick.

Schulterherein, Kurs mit Maria Roob in Legelshurst (2015)

2010 entdeckte ich im Internet „Reitkunst Südwest“. Eine Gruppe von Reiterinnen aus dem Raum Offenburg und Karlsruhe hatte sich zusammengefunden, um Kurse mit Schülern von Bent Branderup zu organisieren. Da musste ich hin! Für den ersten Kurs lieh ich mir einen Anhänger und fuhr mit Glæðir nach Legelshurst. Ich traf dort auf sehr nette Menschen, die auch einen Anfänger wie mich freundlich aufnahmen. Es ging wirklich ums Lernen, nicht darum, etwas vorzuführen. Die Pferde bewegten sich harmonisch und mit einer Leichtigkeit, die ich live noch nie erlebt hatte. Einiges wirkte auf mich dennoch etwas abschreckend – es gab so viele für mich neue Begriffe, ich verstand gefühlt gar nichts. Beschlag, Sattel und Reitweise wurden kritisiert und die Empfehlung war, mindestens sechs Monate nicht zu reiten. Ich war am Boden zerstört – nach einem Jahr Reitpause hatte ich mich gerade wieder ans Reiten herangetastet. Natürlich war die Kritik vollkommen berechtigt, aber ich brauchte noch etwas Zeit, um meinen Weg zu finden.

Schweinepass adé

Eineinhalb Jahre später traute ich mich wieder zu Kursen – Alexandra Bohl und Maria Roob wurden meine wichtigsten Ausbilderinnen und ab 2013 nahm ich fast alles an Kursen mit, was im „Trainerloch“ Südwestdeutschland halbwegs erreichbar war. Glæðir profitierte unglaublich von dieser Ausbildung – vom früheren Schweinepass war nichts mehr zu bemerken. Trotz seines Handicaps am Karpalgelenk konnte ich ihn wieder eingeschränkt reiten. Unsere Kommunikation wurde immer feiner und harmonischer.

Bei Isabel Steiner schaute ich zum ersten Mal bei einem Kurs mit Bent Branderup zu. Ich erlebte dort einen intelligenten, ungeheuer belesenen Reitmeister, der es trotzdem verstand, seine Schüler dort abzuholen, wo sie gerade standen. Ich schätze auch Bents Humor, seinen Respekt und seine Höflichkeit. Da Isabel Paso Peruanos züchtet, waren auch viele Gangpferde in diesen Kursen, unter anderem Thomy Haag und Anke Schwörer-Haag, die ich schon vom Scherzingerhof kannte. Auch bei Thomy begann ich regelmäßig Kurse zu besuchen und lernte dort Pferde kennen, die in Losgelassenheit tölten konnten.

Ich las alles, was ich über Akademische Reitkunst und Biomechanik in die Finger bekam. Die Ursachen für körperliche und mentale Probleme bei Glæðir und bei Gangpferden generell wurden mir immer klarer. Früher schaute ich mir Islandpferdeturniere gerne an und bewunderte die spektakulären Bewegungen der Pferde. Jetzt erkannte ich immer mehr, dass dieses Gestrampel nur über viel Druck und Verspannung zu erreichen war und mit gesunden Bewegungen nichts zu tun hat.

Akademische Reitkunst mit Islandpferd

In der Hoffnung, die Islandpferdewelt „ein bisschen besser zu machen“ und Alternativen in der Ausbildung bekannter zu machen, erstellte ich die Webseite www.reitkunst-islandpferde.de. Die Reaktionen sind gespalten – es gibt Kritiker, die mir vorwerfen, mein Pferd würde nur auf der Vorhand dahin schlurfen. Damit haben sie zum Teil durchaus recht, aber ich habe mittlerweile verstanden, dass es nichts bringt, ein Pferd aktiv aufzurichten. Aufrichtung funktioniert ausschließlich über die Tätigkeit der Hinterhand und diese auszubilden dauert nun mal seine Zeit. Viel häufiger sind aber begeisterte E-Mails von Menschen, die sich zu neuen Wegen mit ihrem Isländer inspirieren lassen, obwohl sie vor Ort auf viel Unverständnis und Ablehnung stoßen. Ganz langsam ändert sich die Szene und immer mehr Menschen hinterfragen, was die Sportreiterei als Ideal vorgibt.

Meine erste Reitschülerin war meine Tochter Mara. Wir bildeten zusammen ein extrem verdorbenes Pony aus, das gezielt angriff, bockte und jegliche Kooperation verweigerte. Bounty stand als Beistellpony bei uns im Stall und die Besitzer hatten es aufgegeben, etwas mit ihr zu machen. Mit viel Geduld wuchsen Mara und Bounty zu einem Team zusammen. Wir lernten von diesem schwierigen Pferd sehr viel über Pferdepsyche und Kommunikation. 2016 erhielt ich die ersten Nachfragen, ob ich nicht auch mobilen Unterricht geben könnte. Da ich im Hauptberuf Lehrerin bin, ging das nur in kleinem Umfang an den Wochenenden. Susanne Waltersbacher holte mich ins Ausbilderteam von Reitkunst Südwest und meine Nebentätigkeit machte mir immer mehr Freude. Einzelunterricht mit Erwachsenen bietet eine tolle Abwechslung zur Schule und ich lerne mindestens genauso viel wie meine Schüler. Da ich keinen Trainerschein habe, wollte ich zuerst den IPZV Trainer C machen. Das, was dort verlangt wurde, wollte ich Glæðir aber nicht zumuten und es stand im krassen Gegensatz zur Akademischen Ausbildung.

Der Galopp hat sich sehr verbessert

Ich machte mich auf die Suche nach einer ganzheitlichen Pferdeausbildung und wurde bei Reiten 360° fündig. Natürlich passte nicht alles zu meinem bisherigen Weg, aber ich habe in dieser Physio-Trainer-Ausbildung sehr viel gelernt, auch über Physiotherapie, Sattelanpassung, Hufbeurteilung und andere gesundheitliche Aspekte. Der Preis dafür war leider hoch, nicht nur finanziell: Die vielen Kurstage führten zunehmend zu Stressreaktionen und Widersetzlichkeiten bei meinem Pferd.

Das kleinschrittige Training sorgte für Demotivation

Auch die Nachteile und Grenzen der Akademischen Ausbildung wurden deutlich: Durch das kleinschrittige Training vorwiegend im Schritt hatte Glæðirs Motivation sehr nachgelassen, obwohl ich immer auch im Gelände übte und positive Verstärkung einsetzte. Die beginnende Arbeit an der Versammlung erwies sich als extrem schwierig. Glæðir machte zunehmend „dicht“, begann zu beißen und verlor seine Freude am Vorwärts. Ein neuer, unpassender Sattel verschärfte das Problem.

Diagnose: Hypermobilität

Frau Dr. Daniela Danckert, eine Tierärztin und Pferdephysiotherapeutin bei Reiten 360°, diagnostizierte eine extreme Hypermobilität und beginnende Trageerschöpfung. Ihre Trainingsempfehlungen mit viel Tempo konnte ich aufgrund von Glæðirs Gelenkverletzung aber nur eingeschränkt umsetzen. Seine Rückenmuskulatur verbesserte sich, aber dafür verlor er wieder die Balance und stolperte vermehrt.

Im Sommer 2016 entdeckte ich zu allem Unglück morgens im Stall, dass Glæðirs alte Narbe wieder aufgegangen war  – und er zum vierten Mal musste operiert werden. Wieder einmal schien alles zu Ende zu sein, wieder musste ich neue Wege gehen, ausprobieren, was geht. Die Physio-Trainer-Ausbildung konnte ich trotzdem abschließen. Meine Facharbeit behandelte ein Thema, das noch ziemlich neu ist: „Der Rückengänger im Tölt – ein Widerspruch?“

Vorwärts-aufwärts im Tölt
Vorwärts-aufwärts im Tölt

Die Praxis frustrierte mich zunehmend. Einen passenden Sattel mit nur 40cm Länge fand ich nicht, Reiten mit Pad bescherte Glæðir neue Rückenprobleme, er wurde wieder schiefer. Versammlung wäre dringend nötig, um mein hypermobiles Pferd zu stabilisieren. Seitengänge waren kein Thema mehr, aber trotzdem ging es nicht voran. Unsere Gruppe „Reitkunst Südwest“ zerfiel in verschiedene Kleingruppen und die Kurse in Legelshurst wurden aufgrund des besseren Unterrichtsangebots im Südwesten (auch durch Susanne und mich) immer weniger nachgefragt und vorerst nicht mehr organisiert.

2017 kam dann endlich wieder ein Lichtblick – die Bent-Branderup Trainerin Anja Hass zog aus der Schweiz auf den Tannenhof nach Schopfheim – nur eine Stunde von uns entfernt. Endlich habe ich jemanden, der Glæðir und mich auch zu Hause unterrichten kann. Anja unterrichtet sehr einfühlsam, achtet auf Losgelassenheit und Sitzschulung. Auf dem Tannenhof ist ein tolles Zentrum für Akademische Reitkunst entstanden, auch Bent kommt zweimal im Jahr dorthin. Auch wenn ich in Bezug auf die Theorie und Blickschulung schon „ein alter Hase“ bin, lerne ich immer wieder Neues. Das gilt auch für meine mobile Ausbildungsbegleitung oder die Kurse, die ich mittlerweile regelmäßig gebe. Ich lerne mindestens genauso viel wie meine Schüler – durch die Vorbereitung der Theorieeinheiten oder in der Praxis. Jedes Pferd-Mensch-Paar ist individuell, Standardlösungen gibt es nicht. Mein Schwerpunkt sind zum einen Gangpferde, zum anderen Reha-Pferde mit Handicaps, wie Glæðir. Ich freue mich, wenn ich Menschen und Pferden grade in schwierigen Situationen neue Perspektiven zeigen kann.

Und die Praxis? Das Lernen hört niemals auf und auch nach 9 Jahren empfinde ich mich immer noch als Anfänger. Je mehr ich gelernt habe, umso mehr spüre ich, was noch nicht so gut läuft. Das kann frustrierend sein, aber auch eine ständige Herausforderung, Neues zu entdecken. Ich muss jedoch sehr aufpassen, dass ich nicht zu viel korrigiere und unzufrieden werde. Glæðir reagiert darauf gestresst und fängt entweder an hektisch zu werden oder verweigert jegliche Bewegung.

Arbeit im Trab – anspruchsvoll mit einem Fünfgänger, Kurs mit Alexandra Bohl in Legelshurst (2014)

Vom Motivationstief zu Intrinzen

Durch seine Motivationstiefs beschäftige ich mich seit dem Frühjahr 2018 mit Intrinzen, einer Form des Freispiels. Wieder lerne ich viel Neues – über Motivationspsychologie, Neugier, Spielverhalten, funktionale Bewegungen, Propriozeptionstraining. Glæðir liebt diesen Weg und fordert seine Autonomie zunehmend ein. Das kann schwierig sein, wenn man auf Kurse möchte oder Unterricht nimmt, da vieles nicht mehr abrufbar ist. Klassische Bodenarbeit mit zu viel Formung von mir lehnt er zunehmend ab. Auf der anderen Seite zeigt er im Freispiel von selbst Bewegungen, von denen ich bisher nur träumen konnte und ist mit einer Begeisterung bei der Sache, die ich lange vermisst habe.

Ich möchte mein Pferd gerne reiten können, so lange es geht. Dafür brauchen wir eine gute Traghaltung und eine gemeinsame Sprache, in der aber auch das Pferd ein Mitspracherecht hat. Glæðir wird dieses Jahr 18 Jahre alt – laut Bent das beste Alter eines Pferdes. Mein Pferd ist ein wunderbarer Lehrer geworden, der mittlerweile sehr deutlich zurückmeldet, wenn ihm etwas nicht passt – egal ob das ein Sattel ist, eine Übung oder deren Dauer. Ich musste lernen, zuzuhören, zu spüren und mein Pferd für das zu schätzen, was es ist.

Durch sein Stockmaß von nur 1,36 m ist es sehr anspruchsvoll, Glæðir gut zu reiten und nicht aus der Balance zu bringen. Weniger ist immer mehr, Hilfen sind Vorschläge, ein gegenseitiges Einfühlen. Wir sind fast ausschließlich im Gelände unterwegs, oft mit einem Mix aus Handarbeit und reiten. Durch sein Handicap sind wir gezwungen, den Fokus auf die Qualität zu legen, nicht auf die Reitdauer. Ohne Glæðirs Verletzung wäre ich nie zur Akademischen Reitkunst gekommen, so dass ich auch das Positive an unseren Schicksalsschlägen sehen kann.

Akademische Reitkunst und Intrinzen – geht das?

Wie geht es weiter? Lässt sich das Freispiel mit der Akademischen Reitkunst vereinbaren? Vieles erscheint sehr gegensätzlich und muss im täglichen Miteinander getrennt werden. Aber ich entdecke auch vieles, was verbindet. Dies möchte ich mit einigen Zitaten von Bent Branderup verdeutlichen, die ich auf zahlreichen Kursen schon so oft gehört habe. Vor allem der Sonntag hat sich in den letzten Jahren zu seinem „Philosophie-Tag“ entwickelt.

„Reiten ist ein Paartanz, es geht nicht um Dominanz, sondern um zwei Geister und zwei Körper, die in Einklang kommen wollen.“

„Ich habe nur Freude am Reiten, wenn sich die Pferde mit mir über ihre Fähigkeiten freuen. Ich muss keine Kriege mehr gewinnen und keine Rinder hüten. (…) Die Freude ist mein einziges Ziel. Sie sollten niemals aus den Augen verlieren, ob ihr Pferd Freude an der Arbeit hat.“

„Die Frage ist nicht – für wessen menschliches Auge bilden wir aus? Die Ausbildung der Pferde muss in den Augen der Pferde gut sein. Wenn du also wissen willst, wie du reiten sollst – das sagte schon Xenophon im 4. Jahrhundert vor Christus, dann schau dir die Pferde an, wie sie sich zeigen, wenn sie sich schön und gut fühlen.“

Text und Bilder © Anja Rut Hebel, Februar 2019

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4 Idee über “Eine persönliche Reise zur Akademischen Reitkunst

  1. Vanessa sagt:

    Danke, für diesen wirklich tollen Beitrag! Ich liebe solche Erzählungen, die mitten aus dem Leben gegriffen sind. Persönliche Erfahrungen sind immer noch am wertvollsten und am greifbarsten für uns Leser.

    Ich selbst bin gerade dabei mit meinem Islandpferd Smila den richtigen Weg zu finden. Dabei bin ich auch auf die akademische Reitkunst gestoßen und bin begeistert von der Denkweise. Kombiniert mit sehr viel Training im Gelände und Wanderreiten würde ich behaupten ist meine Smila schon ein glückliches Pony 😉

    Und danke, dafür, dass Du uns zeigst, dass man niemals aufgeben sollte, auch wenn der Weg noch so steinig und hart ist.

    • Anja Rut Hebel sagt:

      Liebe Vanessa, vielen Dank für deine Rückmeldung! Es freut mich sehr, wenn ich dich ermuntern kann, deinen gemeinsamen Weg mit Smila zu finden. Es lohnt sich, hier auf Spurensuche zu gehen. Ich wünsche dir viel Freude dabei! Liebe Grüße, Anja

  2. Rukaija sagt:

    Ein sehr interessanter Bericht, es ist schön, dass dieses Pferd nicht aufgegeben wurde, sondern „trotz“ der Verletzung jetzt 18 Jahre alt ist – was ja für einen Isländer noch gar kein Alter ist. Ich wünsche euch noch viele gemeinsame Jahre!
    Was mir hier immer wieder auffällt ist allerdings das Reiten. Wäre es nicht eventuell ein Gedanke, das Reiten einfach zu „lassen“ – wenn es immer und immer wieder zu neuen Problemen führt? Ich selbst reite auch eher wenig und vermisse es nicht. Das Zusammensein mit dem Pferd ist mir am wichtigsten. Gibt es irgendwelche Gründe, dass Glaedir noch geritten werden „muss“, wäre es nicht besser, das Zusammensein und Training komplett auf den Boden zu verlegen?
    Ich frage nur, weil es so wirkt, als würde das Reiten viele Probleme verursachen, der Fokus aber auf „reiten wollen“ liegt. Vielleicht liege ich dabei ja falsch.

    • Anja Rut Hebel sagt:

      Liebe Rukaija, deine Nachfrage ist absolut berechtigt. Ich überlege auch immer wieder, ob es das wert ist. Natürlich möchte ich Glaedir optimal fördern und hoffe, dass wir noch viele gemeinsame Jahre vor uns haben. Längere Strecken im Gelände, gerade auch in höheren Gangarten, tun ihm aber körperlich und mental sehr gut. Meine Kondition reicht dafür leider nicht aus, wenn ich nebenher renne. Da ich keinen Reitplatz habe, sind die Möglichkeiten zum Training sowieso eingeschränkt, dafür ist die Haltung mit Paddock-Trail optimal. Ich habe auch schon mit dem Gedanken gespielt, Glaedir einzufahren, aber das ist zeitlich momentan nicht möglich und auf vielen Wegen bei uns darf man gar nicht fahren. Ein anderer Grund ist, dass ich ja auch Unterricht gebe und dafür eigene Erfahrungen (vor allem in der Sitzschulung) brauche. Und auch mich selbst möchte ich weiter schulen, zumal Gymnastizierung am Boden für mich ganz klar „Mittel zum Zweck“ ist. Mein Nachwuchspferd ist eine dreijährige Berber-Haflinger-Mixstute. Ich möchte diesen Sommer anfangen, sie auf Spaziergänge mitzunehmen, aber einreiten möchte ich sie erst mit 5-6 Jahren nach der Grundausbildung am Boden. So lange werden wir unseren Kompromiss irgendwie weiterführen, wobei Glaedir ja durchaus mitentscheiden kann. Reiten ist generell nicht gut fürs Pferd, das muss man sich klar machen. Natürlich gibt es große Unterschiede, wie viel das Pferd ohne Schaden verträgt. Aber rumstehen und zu wenig Bewegung haben ist auch nicht gut. Welcher Weg hier optimal ist, lässt sich nur individuell entscheiden. Wichtig finde ich, immer aufs Pferd zu hören und dafür zu sorgen, dass es auch „Nein“ sagen darf, ohne Angst vor Konsequenzen zu haben. Liebe Grüße, Anja

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