Coverfoto vom Buch Ich ritt Gaddafis Pferde von Doris Luser

Rezension: Ich ritt Gaddafis Pferde von Doris Luser

Artikel aktualisiert am 26.11.2018

In ihrem Buch Ich ritt Gaddafis Pferde. Das Erlebnis meines Lebens erzählt die Österreicherin und Pferdeliebhaberin Doris Luser von ihrem Leben im nordafrikanischen Staat Libyen zur Zeit des Diktators Muammar al-Gaddafi und den Pferden des Machthabers, die sie dort kennen und lieben lernt.


Zu Beginn des Buches steht folgendes Zitat von Marco Polo:

„Ich habe nicht die Hälfte von dem erzählt, was ich gesehen habe, weil keiner mir geglaubt hätte.“

Dieses Zitat passt wunderbar zu diesem Buch, denn das, was die Autorin erzählt, erinnert an einen Hollywood-Film und würde man nicht wissen, dass es so passiert ist, würde man es nicht glauben.

Zum Inhalt

1998 erhält Doris Luser von ihrer Firma das Angebot, ein Jahr lang in Libyen zu arbeiten. Die abenteuerlustige Österreicherin nutzt diese Möglichkeit und macht sich am 10. November 1998 auf den Weg in das nordafrikanische Land. Schon die Ankunft in Libyen weckt bei der Autorin erste Zweifel, ob ihre Entscheidung richtig war. Sie wird nämlich von uniformierten Männern mit Kalaschnikows empfangen.

Doch die Zweifel legen sich schnell, als die Österreicherin beim libyschen Pferdefest in Tripolis durch Zufall in Kontakt mit den Pferden der Armee kommt. Im Stall auf dem Militärgelände trifft sie auf Neaba, einen ausdrucksstarken und imposanten Araberhengst, der einsam und verlassen in seiner Box steht und auf Menschen höchst aggressiv reagiert.

„In der Ecke steht das schönste Pferd, das ich je gesehen habe! Es ist ein schneeweißer Berberhengst mit urlanger Wallemähne, sein Schweif berührt den Boden. Zum ersten Mal in meinem Leben verliebe ich mich auf den ersten Blick.“

Auf dem Pferdefest lernt die Protagonistin auch Yazeed kennen, einen Hauptmann Gaddafis. Dieser Kontakt ermöglicht es ihr, den Hengst Nabea regelmäßig zu besuchen nicht das Vertrauen des Pferdes zu gewinnen, sondern auch das der Stallangestellten. Und so kommt es, dass die Österreicherin Doris Luser eingeladen wird, Gaddafis Pferde zu trainieren…

Ich mag das Buch Ich ritt Gaddafis Pferde, weil…

Das Buch Ich ritt Gaddafis Pferde von Doris Luser zieht den Leser in seinen Bann. Als bekennender Krimi-Fan war ich auf den ersten Seiten noch etwas skeptisch, ob mir das Buch nicht zu seicht und langweilig ist. Es hat mich dann aber doch sehr schnell gepackt und ich mochte es gar nicht mehr aus der Hand legen. Ich war als Leser mit dabei, ich sah die Personen vor mir und ich konnte vor allem das Verlangen der Protagonistin nach den Tieren und dem Stallgeruch so gut nachvollziehen.

Doch mir gefällt das Buch nicht nur wegen der Pferde: Mir persönlich ist die libysche Kultur ziemlich fremd. Natürlich habe auch ich dank der umfangreichen medialen Berichterstattung der vergangenen Jahre eine grobe Vorstellung von dem Land, seinem politischen System und seiner Kultur. Ich weiß, dass das Land islamisch geprägt ist, ich weiß, dass die Menschen in dem Land sehr lange Zeit unter der diktatorischen Herrschaft von Muammar al-Gaddafi litten und ich weiß, dass 2011 im Rahmen des Arabischen Frühlings Bürgerkrieg ausbrach. Aber ich weiß nicht, wie es in Libyen war, als das Land noch unter der Herrschaft Gaddafis stand. Und ich weiß vor allem nicht, wie es ist, in einem stark islamisch geprägten, totalitären Regime zu leben – und das auch noch als Frau, die weit weniger frei und offen agieren kann, als in unseren europäischen Staaten.

Mit ihrem Buch konnte mir Doris Luser die libysche Kultur nahe bringen und ich bekam eine bessere Vorstellung davon, wie es ist, als Frau und als Tierfreundin in einem solchen Land und unter solchen politischen Bedingungen zu leben. Außerdem erhielt ich eine Idee davon, welche Bedeutung die Pferde in einem Land wie Libyen haben.

Fazit

Ich ritt Gaddafis Pferde kann ich unbedingt empfehlen, ganz gleich ob du ein Pferdefreund bist oder nicht. Das Buch bietet einen wunderbaren Einblick in das Libyen zur Zeit Gaddafis und es nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise in diese fremde Welt.

Zwei (zugegeben sehr persönliche) Kritikpunkte habe ich jedoch: Als Pferdefreund kann ich es absolut nachvollziehen, dass sich die Autorin auf die Suche nach Pferden macht und alles tut, um diesen nah zu sein. Als Pferdebesitzer kann ich aber nur den Kopf schütteln, wenn die Autorin berichtet, wie sie sich in den Stall schleicht und die Tiere mit Zucker füttert. Außerdem hätte ich mir persönlich an einigen Stellen ein bisschen mehr Kritik gewünscht, insbesondere an der scheinbar sehr strengen Boxenhaltung des Hengstes Nabea. Hier kommt mir die Autorin in Bezug auf die Pferde ein wenig naiv vor.

Doch diese zwei Punkte machen das Buch nicht weniger lesenswert und ich glaube, dass diese Kritikpunkte auch nur wenigen Lesern auffallen würden.

Das Buch Ich ritt Gaddafis Pferde. Das Erlebnis meines Lebens von Doris Luser ist unter anderem hier* erhältlich:

Weitere Infos zum Buch findest du hier.

Wenn du wissen möchtest, was Pferdekult über das Buch denkt, dann schau doch hier mal vorbei.

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