Jacobskreuzkraut

Jacobskreuzkraut – Darum ist es so gefährlich

JKK – Jacobskreuzkraut – ist seit einigen Jahren in aller Munde und immer wieder tauchen Warnhinweise auf. Warum Jacobskreuzkraut so giftig ist, wie du es erkennst und was du tun kannst, um die Ausbreitung einzudämmen, das verrate ich dir in diesem Beitrag.

Was ist Jacobskreuzkraut?

Jacobskreuzkraut, auch Krötenkraut, Spinnenkraut, Zehrkraut und Jakobs-Geißkraut genannt, zählt zu den Korbblütlern, einer der artenreichsten Pflanzenfamilien Europas.

Weltweit gibt es rund 1.200 verschiedene Arten von Kreuzkraut. In Deutschland lassen sich rund 25 davon finden. Sämtliche Kreuzkräuter sind giftig, die einen mehr, die anderen weniger.

JKK ist eine mehrjährige Pflanze. Die Blütezeit dauert etwa von Juni bis Oktober. Der Hauptblütezeitpunkt ist um den 25. Juni herum, dem sogenannten Jakobi-Tag – da leitet sich auch der Name der Pflanze ab: Jacobskreuzkraut.

Im ersten Jahr bildet die Pflanze Blattrosetten, ihre auffällige gelbe Blüte bildet sie erst im zweiten Jahr. Dann kann eine Pflanze bis zu 150.000 Samen entwickeln, die, ähnlich wie die Samen der Pusteblume, leicht vom Wind verstreut werden. Weil die Samen auf dem Boden eine Keimfähigkeit von 15-20 Jahren haben, ist das Vermehrungspotential der Pflanzen enorm.

Jacobskreuzkraut erkennen

Jacobskreuzkraut erkennenJacobskreuzkraut wächst an auf eine Größe von etwa 30 – 120 cm. Zu erkennen ist es an den 13 gelben Blütenblättern. JKK hat etwa 15 – 20 gelbe Blütenköpfe, die einen Durchmesser von bis zu 25 mm erreichen.

Um die Blütenköpfe herum wachsen etwa 13 lange Zungenblätter. Damit erinnert Jacobskreuzkraut ein bisschen an gelbe Margeriten oder Gänseblümchen.

Ein wichtiges Erkennungsmerkmal sind die 13 grünen Hüllblätter, die eine schwarze Spitze haben.

Die Blätter sind gefiedert und stehen im rechten Winkel von der Pflanze ab. Die Blattform variiert je nach Wachstumsstadium und reicht von rundlich glatt über stark gefiedert bis kraus.

Sind die Pflanzen schon älter, dann verfärbt sich der Stängel leicht rötlich. Außerdem haben ältere Pflanzen keine Rosetten mehr auf Bodenhöhe.

Darum ist JKK so gefährlich

Immer wieder tauchen Warnhinweise zum Thema Jacobskreuzkraut auf. Und das aus gutem Grund: JKK enthält Pyrrolizidin-Alkaloide. Diese Stoffe sind giftig und beschädigen die Leber so stark, dass es bei großer Aufnahme zum Leberversagen kommen kann.

Sind die giftigen Stoffe erstmal in die Leber gelangt, sind sie äußert reaktionsfreudig. Sie verbinden sich zum Beispiel mit der DNA (oder gehen Wechselwirkungen ein) und können auf diese Weise die Zellen sehr stark schädigen.

Darüber hinaus ist JKK krebserregend, kann das Erbgut verändern und Embryonen beschädigen – und das bereits bei kleinsten Mengen.

Wird eine große Menge der toxischen PA aufgenommen, können neben der Leber und auch die Niere geschädigt und sogar das zentrale Nervensystem angegriffen werden.

Jacobskreuzkraut schmeckt bitter und wird deswegen von Pferden eigentlich nicht gerne gefressen. Mit einer (gefährlichen) Ausnahme: Die Pflanze entwickelt ihre abwehrenden Bitterstoffe erst ab einem Alter von etwa 7 Wochen. Vorher wird sie deswegen nicht selten von Pferden gefressen. Doch giftig ist sie auch ohne ihre warnenden Bitterstoffe.

Besonders gefährlich: Jacobskreuzkraut im Heu

Der Giftstoff des JKK wirkt selbst im getrockneten Zustand, beispielsweise in Heu und Heulage.

Und nicht nur das: Sind die Pflanzen getrocknet, verlieren sie ihre bitteren Warnstoffe. Deswegen ist Jacobskreuzkraut in Heu, Heulage, Strukturfutter und Pellets umso gefährlicher, weil die Pflanze von den Pferden nicht mehr aussortiert, sondern munter mitgefressen wird. Aus diesem Grund besteht die große Gefahr, dass sich Pferde durch ihr Raufutter vergiften.

Um die Theorie etwas greifbarer zu machen: Bei Pferden ist eine Menge von 40 bis 80 g je 1 kg Körpergewicht tödlich.

Wenn eine Vergiftung durch JKK nicht rechtzeitig festgestellt wird, ist eine Heilung zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich. Die Krux dabei: Vergiftungssymptome zeigen sich erst wesentlich später, sodass der Zeitpunkt zum Helfen eigentlich bereits vorüber ist.

Anzeichen für eine JKK-Vergiftung können sein:

  • Konditionsverlust
  • Unerklärbarer Gewichtsverlust
  • Kolikähnliche Symptome
  • Kleiner und fester Kot
  • Depressives Verhalten
  • Rötungen an weißen Abzeichen

Jacobskreuzkraut ist auch für Menschen schädlich

Übrigens: Jacobskreuzkraut ist nicht nur für Pferde schädlich. Alle grasfressenden Tiere sind davon betroffen. Und auch wir Menschen können die Giftstoffe aufnehmen, beispielsweise in Form von Milch (wenn die Kühe die toxische Pflanze auf der Weide gefressen haben) und Honig (durch den Blütenstaub). Auch Samen, die bei der Ernte zwischen dem Getreide landen, können Vergiftungen hervorrufen.

In den vergangenen Jahren hat sich die Giftpflanze in unseren Breiten rege verbreitert. Eigentlich war die Pflanze immer schon hier beheimatet. Die extreme Verbreitung entsteht unter anderem durch eine schlechte Grünflächenbewirtschaftung (extensiv oder mangelhaft), die vielen Brachflächen sowie Saatmischungen, in denen die Samen der Pflanze beinhaltet sind.

Jacobskreuzkraut entfernen

Grundsätzlich gilt: Je früher diese hochgiftige Pflanze entdeckt und beseitigt wird, desto besser. Leider gestaltet sich das Entfernen des JKK nicht ganz so einfach. Wenn ein großes Vorkommen da ist, helfen im Grunde nur ein Umbruch des Bodens und eine Neueinsaat. Chemisch lassen sich die Pflanzen leider nicht sehr optimal entfernen.

Ganz wichtig ist, dass die Pflanze mitsamt ihrer Wurzel entfernt (ausgestochen) wird. Anschließend sollten die Pflanzen entweder verbrannt oder im Restmüll entsorgt werden. Auf dem Komposthaufen breiten sie sich nur immer wieder aus. Im besten Fall entsorgst du die Pflanzen noch vor ihrer Blüte.

Solltest du auf deiner Weide sehr viele Pflanzen haben, dann kannst du auch die zuständigen Pflanzenschutzämter um Mithilfe zu bitten.

Das A und O: gute Weidepflege

Das A und O im Kampf gegen Jacobskreuzkraut ist gute Weidepflege! Gräser sind nämlich Hauptkonkurrent des Jacobkreuzkrauts. Wird deine Wiese regelmäßig nachgesät, finden Bodenpflege, Stickstoffdüngung und ordentliche Kontrollen statt, dann sollte dies ausreichen, um die Verbreitung der gefährlichen Pflanze zu unterbinden.

Dabei ist jeder angesprochen: Pferdebesitzer ebenso wie Landwirte, Behörden und private Gärtner.

Wie sieht es auf deinen Weiden aus, hast du auch ein Problem mit Jacobskreuzkraut? Hast du vielleicht schon selbst einmal eine große Vernichtungsaktion gestartet? Erzähl es mir und verrate mir und den anderen Lesern deine Tipps und Tricks für das Entfernen der giftigen Pflanze!

Alles Liebe,

Karo von Pferdefreunde

 

 

PS: Weitere Infos rund um das Thema JKK findest du beim Arbeitskreis Kreuzkraut e.V. Dort gibt es u.a. ein Musteranschreiben für kommunale Einrichtungen zur Entfernung von Kreuzkraut.

Bei twotoned gibt es Infos rund um Jakobskreuzkraut, ebenso bei Pferdespiegel.

Fotos: © „Senecio jacobaea 20070603w“ von Strobilomyces – Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons und „Illustration Senecio jacobaea0“. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons –

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  3. Hans Hinrich Hatje

    Es gibt auch in Ostholstein die „Interessengemeinschaft JKK – für einen Naturschutz ohne Verlierer“, die man kontaktieren kann, um sich weitere Informationen über JKK zu holen. Begleitet wird diese Gemeinschaft von der Uni München (Prof. Gareis), die ein Dissertationsprojekt initiiert hat, um eine seriöse Grundlage für eine Risikobewertung über die Giftigkeit von JKK zu erarbeiten (in manchen Regionen musste z.B. Honig wegen starker PA-Belastung vernichtet werden). Leider torpedieren Naturschutzverbände wie Nabu und B.U.N.D. diese Forschungsarbeit. Die wissen nämlich alles besser, sind ideologisch verblendet und spielen die Gefährlichkeit dieses Giftkrautes herunter.

  4. Liebe Karo, vielen Dank, dass du die ganzen Fakten zusammengetragen hast. Man hört und liest ja überall vom Kraut und als Pferdemensch weiß man auch, dass es gefährlich ist. Die Zahlen waren mir so aber noch nicht bekannt. Da gruselt es einen richtig beim Lesen, vor allem, wenn es im Heu die Bitterstoffe verliert. Ich drücke allen Pferdehaltern die Daumen, dass sie nie die Bekanntschaft mit diesem Kraut machen müssen. Alles Liebe und danke für den informativen Artikel, Petra

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