atharina Dohlen Tierkommunikation

Tierkommunikation: Was ist das und wie funktioniert sie?

Hast du dich schon einmal mit dem Thema Tierkommunikation beschäftigt? Hast du womöglich schon selbst mit deinem Tier gesprochen oder jemanden damit beauftragt, mit deinem Tier zu sprechen? Oder fragst du dich vielmehr, wie das funktionieren kann?

Ich gebe zu: Ich stand der Tierkommunikation lange etwas skeptisch gegenüber, denn ich konnte mir einfach nicht vorstellen, wie das funktionieren soll. Gleichzeitig war ich immer neugierig und habe irgendwie doch daran geglaubt, dass es funktioniert.

Bevor ich meinen Sleipi gekauft habe, habe ich ein paar Mal von ihm geträumt. Ich war zweimal bei seinem Züchter zu besuch, beim ersten Mal habe ich Sleipi kennengelernt und beim zweiten Mal habe ich ihn gekauft. In der Zeit zwischen den beiden Besuchen habe ich immer wieder von ihm geträumt und mir war dann sofort klar, dass er zu mir gehört und mein Herzenspferd ist. Er ist mir aber nicht nur damals im Traum erschienen, sondern immer dann, wenn ich ihn „längere Zeit“ nicht gesehen habe, weil ich zum Beispiel krank oder im Urlaub war. Und deswegen habe ich geglaubt, dass Tierkommunikation doch irgendwie funktioniert.

Wirklich überzeugt hat mich dann das Pferd einer Freundin. Das Pferd hat während der Tierkommunikation ganz konkret Dinge und Personen benannt, von denen die Tierkommunikatorin überhaupt nichts wissen konnte.

Im Rahmen eines Interviews über Shiatsu-Massage für Pferde für das Magazin Das Islandpferd (den ihr hier lesen könnt) habe ich Katharina Dohlen kennengelernt. Katharina arbeitet als Horsemanshiptrainerin, Tierkommunikatorin und Shiatsupraktikerin. Ich habe sie gefragt, ob sie mir nicht ein bisschen was über Tierkommunikation erzählen mag. Außerdem habe ich sie gebeten, mit Sleipi zu sprechen. Das letzte halbe Jahr war sehr aufregend für uns wegen meiner Schwangerschaft, dem Baby und zwei Stallwechseln und ich habe meinem Pferd gegenüber ein schlechtes Gewissen. Bisher hat sich ein Großteil meines Lebens um ihn und sein Wohlbefinden gedreht und plötzlich muss er seinen Platz mit einem Baby teilen. Ich habe weniger Zeit für ihn und habe sogar einen Stall ausgesucht, der ihm nicht gut tat und aus dem er nach kurzer Zeit wieder ausziehen musste. Katharina hat mit ihm über diese und andere Themen gesprochen. Das Ergebnis des Gesprächs werde ich mit Sicherheit in einem anderen Text nochmal aufgreifen nur so viel schon vorab: Es geht ihm nicht nur gut, sondern er freut sich auch über unser Baby und er hat mich in vielerlei Hinsicht beruhigt.

Tierkommunikation was ist das und wie funktioniert sie

Jetzt möchte ich aber endlich Katharina zu Wort kommen lassen, damit sie erklären kann, was Tierkommunikation ist und wie es funktioniert.

Liebe Katharina, vielleicht magst du zuerst einmal erklären, was Tierkommunikation ist und wie sie funktioniert?

Tierkommunikation ist eine telepathische Kommunikation mit Tieren. Telepathie bedeute so viel wie „Fühlen auf Distanz“. Es ist eine Art Ursprache, mit der sich alle Wesen miteinander verständigen können. Dem gesprochenen Wort geht immer ein Gefühl, Impuls, Gedanke voraus. Und es gibt Untersuchungen, dass bei einem Gespräch diese Gefühlsbotschaft bzw. die Intension hinter den Worten viel wichtiger ist, als der Sprachinhalt. „Der Ton macht die Musik.“

So läuft bei der telepathischen Kommunikation der Austausch über Bilder, Gefühle, Sinneseindrücke und gedachte Worte. Tiere kommunizieren untereinander auf diese Weise. Bei naturverbundenen Völkern findet man diese Art von Kommunikation zwischen den Menschen und mit den Tieren heute noch. In unserer modernen Welt ist dieser 6. Sinn jedoch häufig unterentwickelt, weil er von Kindheit an nicht gefördert, sondern eher unterdrückt wird. Durch das Erlernen der Tierkommunikation kann man diesen Sinn wiedererwecken.

Wie kann ein Tier mit dir sprechen, das du nur von einem Foto kennst und das auch dich nicht kennt?

Dass telepathische Kommunikation funktioniert, ist für den Verstand schwer begreiflich. Um das genau zu erklären, könnte man wissenschaftliche Untersuchungen wie die morphogenetischen Felder (Rupert Sheldrake) oder die Spiegelneuronen im Gehirn (Giacomo Rizzolatti) heranziehen. Für das Gefühl oder die Seele ist diese Ursprache jedoch vertraut und natürlich. Und man selbst kennt verschiedene Situationen, wo diese Telepathie mit Freunden funktioniert. Beispiel: Man denkt an einen Freund, der kurz darauf  eine Nachricht schickt.

Bei der Tierkommunikation macht es keinen großen Unterschied, ob man mit bekannten Tieren, mit fremden oder sogar mit verstorbenen Tieren spricht. Die Kontaktaufnahme mit fremden Tieren funktioniert über ein Foto und den Namen des Tieres. Ähnlich wie man auch einen Fremden mit der richtigen Telefonnummer anrufen kann.
Damit diese Art von Kommunikation störungsfrei funktioniert, ist allerdings innere Offenheit wichtig. Zu Beginn eines Gespräches zeige ich dem Tier zunächst wer mich beauftragt hat und was die Intention des Besitzers ist. Dann lasse ich das Tier in mein Herz schauen, damit es weiß, dass es mir vertrauen kann. Innerliche Ausgeglichenheit ist daher für eine solche Kontaktaufnahme mit fremden Tieren Voraussetzung. Traurig, wütend oder ungeduldig eine Tierkommunikation mit einem Tier zu führen, dass ich nicht kenne, ist für mich nicht möglich.

Warum kannst du mit meinem Pferd sprechen, während ich als Besitzer es nicht kann und mein Tier möglicherweise sogar missverstehe?

Jeder Besitzer kann mit seinem Tier sprechen und versteht schon ganz viel. Man weiß als Hundebesitzer z.B. ganz genau, wann der Hund an Spazierengehen denkt, ob er Angst hat vor dem Nachbarhund, dass er die Katze gerne ein bisschen ärgert und was die Lieblingsgerichte sind.
Wenn man die eigenen Tiere manchmal missversteht hängt das meist damit zusammen, dass man nicht ganz objektiv sein kann und eigene Ängste auf das Tier projiziert. Dann kann das Gespräch über eine Tierkommunikatorin sinnvoll sein, die unvoreingenommen in das Gespräch gehen kann.

Als Tierkommunikatorin nehme ich mir dann eine Stunde Zeit, um in meditativer Ruhe mit dem Tier zu kommunizieren. Dabei können noch viel detailliertere Informationen  zu den Fragen übermittelt werden.

Kannst du nur mit fremden Pferden sprechen, weil du dann objektiv bist, oder sprichst du auch mit deinen eigenen Pferden?

Wenn ich mit fremden Pferden spreche, bin ich natürlich unvoreingenommener im Gespräch, als ich bei meinen eigenen Pferden. Mit meinen Pferden spreche ich täglich und dabei ist es eher wie ein fortlaufendes Gespräch. Wenn ich mir mehr Zeit für mein Pferd nehme, z.b. wenn ich ihnen eine Pferde-Shiatsumassage gebe, empfange ich noch detaillierter Informationen zur aktuellen Gefühlslage, den Wünschen oder Sorgen.

Ich selbst habe mich einmal an eine andere Tierkommunikatorin gewandt, weil ich zu einem wichtigen Thema eine unabhängige Befragung haben wollte. Dabei ging es um den Fohlenwunsch meiner Isländerstute. Meine Stute ließ nicht locker damit und ich konnte nicht zu einer Entscheidung finden. In diesem Fall war es sehr hilfreich, das Gespräch an jemand Unbeteiligten abgeben zu können.

Funktionieren die Gespräche nur einseitig – du fragst und bekommst eine Antwort – oder kannst auch du den Pferden etwas mitteilen?

Ich kann den Pferden auch etwas mitteilen. Manche Pferdebesitzer lassen mich sogar ganze Briefe an ihre Pferde vorlesen. Eine wunderschöne Idee und rührend zu sehen, wie die Tiere auf einen liebevollen Brief reagieren.

Manche Besitzer möchten auch gerne, dass ihr Tier ein bestimmtes Verhalten sein lässt. Das Pferd soll nicht bocken, wenn es nervös ist und ein Reiter darauf sitzt. Der traumatisierte Hund aus der Tierstation soll nicht die Möbel im Haus markieren, auch wenn ihm das ein Gefühl von Sicherheit gibt. Hier hilft es aber nicht, dass Verhalten zu verbieten, sondern man muss die Ursachen herausfinden. Dann kann man mit dem Tier sprechen, ihm die Situation des Besitzers erklären und anschließend mit allen Beteiligten versuchen eine Lösung zu finden. Manchmal wird dann ein richtiger Therapieplan ausgearbeitet.

Katharina Dohlen mit ihrer Stute Lukka

In welchen Situationen kommen Pferdebesitzer zu dir, damit du mit ihren Tieren kommunizierst?

Das ist ganz unterschiedlich. Oft werde ich vom Besitzer kontaktiert, wenn das Pferd ein problematisches Verhalten zeigt. Manchmal auch wenn unklar ist, was das Tier erlebt hat, bevor es zum Besitzer kam und ob es deswegen Belastungen hat. Einige kommen auch wegen körperlichen Problemen des Pferdes auf mich zu. Andere wollen einfach nur wissen, ob ihr Tier zufrieden ist und welche Wünsche es hat.

Ein wichtiger Bereich ist außerdem die Kommunikation mit sterbenden oder verstorbenen Tieren. Für den Besitzer ist es bei kranken, alten Tieren sehr wichtig zu wissen, woran er erkennen kann, dass das Tier bereit ist zu gehen und wie die letzte Zeit gestaltet werden soll.

Mit verstorbenen Tieren kann man übrigens genauso sprechen wie mit lebenden Tieren. Das macht keinen Unterschied. Ein Gespräch mit einem verstorbenen Tier bringt oft große Erleichterung, da sich viele Besitzer fragen, ob sie sich in der letzten Zeit mit dem Tier richtig verhalten haben und ob es dem Tier gut geht, da wo es jetzt ist.

Was erzählen dir die Pferde? Gibt es womöglich etwas, das du immer wieder hörst?

Sehr oft erzählen mir die Tiere, dass sie ihre Besitzer lieben und ihnen dankbar sind. Es gibt auch charakterstarke Tiere, die Botschaften für ihre Besitzer haben und ihnen damit helfen wollen, ihren Seelenweg zu gehen.

Meistens führe ich Tierkommunikationen mit den Pferden von Besitzern, die schon sehr im Sinne ihres Pferdes denken. Daher kommt es nicht oft vor, dass ein Pferd unzufrieden ist.  Einmal habe ich mit einem Pferd sprechen sollen, das nicht richtig funktionierte und beim Reiten immer träger wurde. Das Pferd war frustriert, weil es den Anforderungen der tunierambitionierten Tochter nicht gerecht wurde. Es entsprach nie dem Idealbild, das sie von einem guten Dressurpferd hatte, egal wie sehr sich das Pferd anstrengte. Hier ging es darum wieder Spaß mit dem Pferd zu haben. Dinge gemeinsam zu tun, die beide glücklich machen. Zusammen zu sein ohne Leistungsgedanke. Das ist es, was ich oft von Pferden höre. Es ist für Pferde nicht so wichtig Leistungen zu erbringen, auch wenn sie sich natürlich über darüber freuen, wenn sie etwas lernen. Aber meistens freuen sie sich doch deshalb, weil wir uns dann freuen. Der Leistungsgedanke führt sehr schnell aus dem Hier und Jetzt heraus und macht auf Dauer unzufrieden. Die Pferde können uns jedoch viel mehr geben, wenn wir uns auf sie einlassen und unsere eigenen Pläne auch mal hinten anstellen.

Was konntest du aus den Gesprächen mit Pferden lernen?

Dass es wichtig ist, auf das eigene Gefühl zu vertrauen. Mehr an mich selbst zu glauben und weniger zu zweifeln. Die Gewissheit, dass uns unsere Tiere mindestens genauso lieben, wie wir sie lieben. Diese Liebe miteinander zu spüren. Dass Tiere genauso Seelen sind wie wir. Sie sind in einem Tierkörper geboren und sehen und empfinden dadurch einiges anders. Sie haben durch ihre große Gefühlstiefe wertvolle Botschaften für uns. Manche sind bewusster, manche unbewusster. Wie die Menschen auch. Und nicht zuletzt habe ich von ihnen gelernt, dass die Entwicklung des eigenen Lebensweges und Seelenplanes eines der wichtigsten Dinge ist, um die es im Leben geht. Auch wenn das nicht der bequeme Weg ist.

Wie bist du selbst zur Tierkommunikation gekommen?

Ich wollte mein Pferd besser verstehen und genauer wissen, was es denkt, wie es fühlt und was es für Wünsche hat. Ich habe eher zufällig von Tierkommunikation gehört und mich für einen Wochenendkurs angemeldet. Ich war anfangs sehr skeptisch und habe eigentlich nicht daran geglaubt, dass es funktioniert und dass ich das kann. Aber ich dachte mir, dass ich nicht viel zu verlieren habe. Auf dem Kurs kennt mich keiner und es sind ja auch nur Teilnehmer da, für die telepathische Tierkommunikation im Bereich des Möglichen liegt.

Tatsächlich hat das dann erstaunlich gut funktioniert mit der telepathischen Tierkommunikation. Die Kursleiterin, Rosemarie Marquardt, hat den Kurs wunderbar geleitet und wusste einen sofort darin zu bestärken, wenn man eine Botschaft in der Tierkommunikation erhalten hat. Das war so ganz anders als das, was ich bisher kannte.  Wer hat das nicht als Kind erfahren, dass die eigenen Wahrnehmungen auf einer eher intuitiven Ebene mit Kommentaren wie „das kannst du nicht beweisen“ oder „das bildest du dir ein“ abgetan wurde. Der erste Kurs in Tierkommunikation hat mein Weltbild komplett verändert und mich so begeistert, dass ich die ganz Ausbildung bei Rosemarie Marquardt absolviert habe. Durch das anschließende jahrelange Übungen in telepathischer Kommunikation hat sich meine eigene innere Stimme mehr entwickelt und den zentralen Platz in meinem Leben einnehmen können, der ihr angemessen ist.

Viele sagen, Tierkommunikation sei Hokus Pokus. Was sagst du diesen Kritikern?

Schon Albert Einstein sagt: „Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom.“1 Also wieso sollte ich jemanden von seiner Meinung abbringen wollen?

Wenn ich ein wirkliches Interesse für das Thema spüre, dann frage ich den Tierbesitzer wie viel er täglich von seinem Tier erfährt. Und natürlich wissen die Tierbesitzer ganz genau, ob ihr Tier Hunger hat, Bewegungsdrang verspürt oder müde ist, ob es traurig ist oder gerne spielen möchte. Das ist alles Tierkommunikation.

Paul Watzlawick sagt man kann nicht nicht kommunizieren. Verbring doch mal eine Stunde mit jemandem und versuche dabei nicht zu kommunizieren. Dabei kann man erfahren, wie viel man auf einer nonverbalen Ebene ständig erfährt.

Liebe Katharina, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten und mich tiefer in das Thema Tierkommunikation einzuführen. Und Danke, dass du das Gespräch mit meinem Sleipi geführt hast!

Mit einem Augenzwinkern hat mir Katharina übrigens verraten, dass sich auch Alfred Hitchcock Gedanken zu nonverbaler Kommunikation gemacht hat und dabei zu dem Schluss gekommen ist: „Richtig verheiratet ist der Mann erst dann, wenn er jedes Wort versteht, das seine Frau nicht gesagt hat.“ 🙂

Wenn du mehr über Katharina und ihre Arbeit erfahren oder sie womöglich ebenfalls um ein Gespräch mit deinem Pferd bitten möchtest, dann schau doch mal auf ihrer Tierkommunikationsseite vorbei. Außerdem lohnt sich ein Besuch bei Tanja von Tash-Horseexperience, die sich vor einiger Zeit ebenfalls mit dem Thema Tierkommunikation beschäftigt hat.

Viele Grüße

Kategorien Interviews Rund ums Pferd

über

Ich bin Karolina und seit mehr als 25 Jahren Pferdefreundin. Auf dem 360° Pferd Blogmagazin schreibe ich über Themen, die mich in meinem Alltag mit meinem Pferd beschäftigen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Webseite verwendet Cookies. Cookies werden zur Benutzerführung und Webanalyse verwendet und helfen dabei, diese Webseite zu verbessern. Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit unserer Cookie-Police einverstanden. Mehr Infos gibt es in der Datenschutzerklärung.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen