Blutbild Pferd

Was ist ein Blutbild und wie lese ich es richtig?

Die Internetforen sind voll von Fragen nach dem richtigen Mineralfutter für das Pferd, nach Tipps bei spröden Hufen oder nach Fütterungsempfehlungen bei schlechtem Fellwechsel. Natürlich kann jeder Pferdebesitzer eine Ferndiagnose geben und hat die ultimative Antwort parat. Doch wenn du diesen Empfehlungen vertraust, um dir die Tierarztkosten zu sparen, dann kann das schnell nach hinten losgehen. Sinnvoll ist es, zunächst den Tierarzt deines Vertrauens zu rufen und ggf. ein Blutbild machen zu lassen. Was ein Blutbild ist und was es dir über den Zustand deines Pferdes verrät, das erfährst du in diesem Beitrag.

Ich freue mich, dass sich die Tierärztin Larissa Michels von tierarzt24.de bereit erklärt hat, meine Fragen zu beantworten.

Was ist ein Blutbild?

Tierärztin Larissa Michels: Mit Hilfe eines (kleinen) Blutbildes wird zunächst einmal nur die Zahl der verschiedenen Zellen des Blutes beurteilt, also die genaue Anzahl der Erythrozyten (rote Blutzellen), Leukozyten (weiße Blutzellen) und Thrombozyten (Blutplättchen).

Ergänzt wird dies durch die Angabe verschiedener Verhältnisse bzw. Mittelwerte:

  • Der Hämatokritwert (HK) ist der prozentuale Volumenanteil der Erythrozyten am Gesamtvolumen des Blutes. Er wird manchmal auch in l/l angegeben.
  • Hämoglobin (Hb) in g/dl oder g/100 ml ist der Hämoglobingehalt bzw. die Hämoglobinkonzentration im Gesamtblut. Hämoglobin ist der rote Blutfarbstoff, ein Eiweißmolekül, welches für den Sauerstofftransport zuständig ist.
  • MCV (=mean corpuscular volume) ist das durchschnittliche Volumen jedes einzelnen Erythrozyten in Femtolitern (fl). Für bestimmte Formen der Anämie (Blutarmut) sind entweder besonders große (makrozytäre) oder besonders kleine (mikrozytäre) Erythrozyten charakteristisch.
  • MCH (=mean corpuscular hemoglobin) ist der mittlere Hb-Gehalt des einzelnen Erythrozyten in Pikogramm (pg). Erythrozyten mit einem erhöhten Hb-Gehalt werden als hyperchrom bezeichnet, solche mit einem verminderten Hb-Gehalt als hypochrom.
  • MCHC (=mean corpuscular hemoglobin concentration) ist die mittlere Hb-Konzentration bezogen auf die Gesamtzahl der Erythrozyten bzw. den Hämatokrit-Wert (Hb/Hk) und wird in g/dl angegeben. Dieser Parameter ist von untergeordneter Bedeutung.
  • Als Indikator für die Knochenmarksaktivität werden hier oft auch noch die Retikulozyten angegeben, das sind unreife bzw. junge Erythrozyten. Anhand der Retikulozytenzahl können Anämien (Blutarmut) näher klassifiziert werden.

Was ist der Unterschied zwischen einem großen und einem kleinen Blutbild?

Während im kleinen Blutbild lediglich die Gesamtzahl der weißen Blutkörperchen gemessen wird, betrachtet man im großen Blutbild zusätzlich die Zahlen der einzelnen Leukozytengruppen genauer.

Das große Blutbild setzt sich also zusammen aus dem sog. Differentialblutbild der Leukozyten und aus dem oben beschriebenen kleinen Blutbild.

Die Leukozyten setzen sich aus drei verschiedenen Zellpopulationen zusammen: den Granulozyten, den Lymphozyten und den Monozyten. Die Granulozyten werden wiederum unterteilt in stabkernige (junge) und segmentkernige (reife) Neutrophile, sowie Eosinophile und Basophile.

Die weißen Blutkörperchen spielen eine große Rolle bei allen Formen der Entzündung und können dem Tierarzt wichtige Hinweise auf die Ursache einer Erkrankung liefern.

Wann brauche ich ein großes Blutbild und wann reicht ein kleines?

Ein großes Blutbild wird immer dann angefordert, wenn der Tierarzt durch vorangegangene Untersuchungen oder auch anhand der vom Besitzer geschilderten Krankengeschichte bereits Hinweise auf eine bestimmte Erkrankung hat. Vielleicht hat er aber auch bei einer Routinekontrolle eines klinisch gesunden Tieres eine erhöhte Leukozytenzahl im kleinen Blutbild festgestellt.

Um nun die möglichen Ursachen eingrenzen zu können, wird er zusätzlich ein Differentialblutbild anfordern und weitere Untersuchungen durchführen, denn angefangen von einem Parasitenbefall, über eine unentdeckte Entzündung irgendwo im Körper bis hin zu einer bösartigen Tumorerkrankung kommt ursächlich theoretisch alles in Frage.

Je nach Verdachtsdiagnose und Vorgeschichte werden bei einer Blutuntersuchung in der Regel auch diverse andere Parameter gemessen bzw. in so genannten Screenings oder Profilen von den Laboren mit angeboten.

Unter dem Begriff der klinischen Chemie werden verschiedene Organparameter (Enzyme und deren Substrate) zusammengefasst, ebenso wie Elektrolyte, Mineralstoffe und Spurenelemente. Bei einem Organscreening werden dann neben dem Blutbild nur die für dieses Organ relevanten Werte aus diesen Gruppen untersucht.

Wie wird ein Blutbild ermittelt?

Um das Blut eingehend untersuchen zu können, wird es normalerweise zunächst einmal mit Gerinnungshemmern (EDTA, Heparin) versetzt.

Die Ermittlung des kleinen Blutbilds erfolgt maschinell aus EDTA-Blut.

Für das Differentialblutbild ist ein Blutausstrich notwendig, da die Leukozytenpopulationen am sichersten unter dem Mikroskop beurteilt werden können. Alle anderen Parameter werden maschinell im Serum oder Plasma gemessen.

Serum oder Plasma stellen die zellfreie Fraktion des Blutes dar, wobei Serum keine Gerinnungsfaktoren mehr enthält, Plasma hingegen schon.

Die folgende Darstellung macht es verständlich:

Zusammensetzung Blut

Setzt man dem entnommenen Blut keine Gerinnungshemmer zu sondern lässt es gerinnen und zentrifugiert es anschließend ab, so erhält man Serum.

Zentrifugiert man ungerinnbar gemachtes Blut ab, erhält man Plasma.

Je nach angestrebter Untersuchung wird entweder das eine oder das andere benötigt.

Wie oft sollte ich grundsätzlich eine Blutuntersuchung bei meinem Pferd machen lassen?

Wenn man sicher gehen möchte, reicht bei einem gesunden Pferd eine Blutuntersuchung einmal im Jahr aus. Letztendlich ist es aber bei einem klinisch unauffälligen Pferd im besten Alter nicht unbedingt notwendig, sondern auch von der Vorgeschichte des Tieres abhängig.

Beim älteren Pferd hingegen ist es durchaus sinnvoll einmal jährlich ein Screening durchzuführen, um mögliche (altersbedingte) Krankheiten frühzeitig erkennen zu können, auch wenn noch keine klinischen Symptome auffällig geworden sind. Beispielsweise werden in einem Senioren- oder Geriatrie-Profil neben dem großen Blutbild auch Leber- und Nierenwerte gemessen, sowie die Spurenelemente Zink und Selen.

Die meisten Tierärzte empfehlen für jedes Pferd eine jährliche Blutkontrolle.

Wann ist der beste Zeitpunkt, ein Blutbild zu machen?

Die Blutabnahme sollte im Ruhezustand erfolgen. Durch eine bei Stress und Aufregung erfolgende Milzkontraktion werden vermehrt Erythrozyten in den Kreislauf gebracht – ursprünglich um die Sauerstoffversorgung in einer Fluchtsituation zu verbessern. Dadurch können verschiedene Werte im kleinen Blutbild (z.B. Hämatokrit) verfälscht werden.

Auch Parameter wie z.B. Cortisol und Leukozytenzahl oder der Blutzuckerspiegel werden durch Aufregung und Anstrengung verändert. Daher sollte immer die erste entnommene Blutprobe für die Hämatologie verwendet werden.

Generell ist es sinnvoll Blutabnahmen immer zur gleichen Zeit durchzuführen (am besten morgens oder vormittags), um den Krankheitsverlauf oder die Genesung eines Patienten besser beurteilen zu können, ohne dass z.B. tageszeitliche Schwankungen die Auswertung mancher Werte stören.

Aus demselben Grund sollte die Blutabnahme im nüchternen Zustand erfolgen. Hiermit ist natürlich kein vollständiger Nahrungsentzug gemeint, sondern lediglich der Verzicht auf Kraftfutter vor der Blutabnahme. Heu sollte dem Pferd immer zur Verfügung stehen.

Was sind die Funktionen der einzelnen Elektrolyte, Mineralstoffe und Spurenelemente? Was passiert bei einem Mangel?

Nachfolgend eine kurze Übersicht über die verschiedenen Elektrolyte, Mineralstoffe und Spurenelemente. Da diese an sehr vielen Prozessen im Körper beteiligt sind, ist die folgende Auflistung längst nicht vollständig und beschränkt sich nur auf die allerwichtigsten Funktionen und deutlichsten Symptome bei einem eventuellen Mangel.

Generell gehören zu den Folgen von Mangelerscheinungen immer auch allgemeine Symptome wie Leistungseinbrüche, schlechtes Wachstum, dürftige Bemuskelung, Müdigkeit, Schwäche etc. Dies erklärt sich durch die Beteiligung der einzelnen Stoffe an den vielfältigen Stoffwechselprozessen, deren Funktionen letztlich immer dem Wachstum und der Erhaltung dienen.

Elektrolyte:

Natrium. Wichtigste Kation (positiv geladenes Ion) in der extrazellulären Flüssigkeit. Reguliert den Wasserhaushalt des Körpers. Eine Überversorgung führt zu einer Dehydration, bei einem Mangel kommt es zu zentralnervösen Symptomen. Über den Schweiß und bei Durchfall geht es verloren, hier besteht ein Mehrbedarf.

Kalium. Wichtigstes intrazelluläres Kation. Reguliert den intrazellulären Druck und sorgt für die Stabilität der Zellen. Besonders wichtig auch für die Funktion der Herzmuskulatur. Ein Mangel führt zu Herzarrhythmien. Wird über den Schweiß und den Harn ausgeschieden.

Chlorid. Wichtigstes extrazelluläres Anion (negativ geladenes Ion). Beteiligt an der Reizweiterleitung, Aufrechterhaltung des Säure-Basen-Haushalts und die Muskelarbeit. Ein Mangel führt zu entsprechenden Symptomen. Der Bedarf steigt unter körperlicher Arbeit an.

Anorganisches Phosphat. Bestandteil von Knochen, wichtig für die Zellteilung, da es Teil der DNA ist. Beteiligt am Energiestoffwechsel, daher besteht bei körperlicher Arbeit ein erhöhter Bedarf. Wichtig ist die Einhaltung eines Calcium-Phosphor-Verhältnisses von 1,5 – 2:1.

Mineralstoffe:

Magnesium. Wichtig für den Zellstoffwechsel und die Weiterleitung von Reizen. Bei einem Mangel kommt es zu Krämpfen oder Muskelzuckungen. Zu einem Mangel kann es auch bei einer Nierenfunktionsstörung kommen.

Calcium. Zu 99 Prozent in Knochen gebunden. Außerdem wichtig für die Reizweiterleitung und Muskelkontraktion sowie für die Blutgerinnung. Ein Mangel führt zu Krämpfen und Lähmungserscheinung sowie zu einer erhöhten Blutungsneigung. Da es im Mangel zunächst aus den Knochen abgezogen wird, kommt es zunächst hier zu Symptomen (Knochenbrüche, Auffälligkeiten im Röntgenbild).

Eisen. Vor allem wichtig für die Blutbildung und die Erythrozytenfunktion. Bei einem Mangel kommt es zur Anämie und damit einhergehender Leistungsschwäche. Sportler, trächtige Stuten und Jungtiere haben einen erhöhten Bedarf.

Spurenelemente:

Kupfer. Bestandteil von Enzymen, wichtig für den Aufbau von Knorpel und Bindegewebe, sowie die Pigmentierung. Bei einem Mangel häufig Pigmentierungsstörungen um die Augen („Brillenbildung“), aber auch Bindegewebsschwächen und neuronale Störungen.

Selen. Beteiligt am Aufbau der Muskulatur. Zusammen mit Vitamin E Radikalfänger, schützt die Muskulatur vor Schädigungen durch reaktive Sauerstoffverbindungen. Ein Mangel bei Stuten kann zur Muskeldystrophie (Minderwachstum der Muskulatur) beim Fohlen führen. Auch beim erwachsenen Pferd hat ein Mangel eine schlechte Bemuskelung zur Folge.

Zink. Wichtiger Bestandteil von Fell, Haut und Hufen. Ein Mangel führt zu Störungen der Keratinbildung und damit zu stumpfem Fell, schuppiger Haut und spröden Hufen.

Mangan. Bestandteil verschiedenster Enzyme und Stoffwechselprozesse, wie Proteinabbau, Hormonproduktion, Knochen- und Knorpelaufbau, Blutgerinnung etc. Die Symptome bei einem Mangel sind demnach unspezifisch.

Gibt es ein paar Tricks, wie ich als Laie ein Blutbild lesen kann?

Grundsätzlich sind auf einem Laborbefund immer Referenzbereiche angegeben, anhand derer auch der Laie erkennen kann, ob und in welche Richtung ein Wert abweicht.

Diese im Befund angegebenen Normwerte sind aber immer laborspezifisch und müssen nicht zu 100 Prozent mit denen im Lehrbuch übereinstimmen. Vielmehr wurden sie durch die Arbeitsroutine und die Geräte im jeweiligen Labor ermittelt. Das und die Tatsache, dass Blutuntersuchungen immer nur Momentaufnahmen darstellen, sind der Grund, warum der Tierarzt, von dem man ggf. nur eine zweite oder dritte Meinung einholen möchte, in der Regel auch ein eigenes Blutbild anfordern wird.

Allerdings kann auch der Tierarzt anhand eines einzelnen von der Norm abweichenden Blutwertes keine Krankheit diagnostizieren. Um vielmehr einen Laborbefund mit Blutbild und klinischer Chemie ausreichend beurteilen zu können, muss er die Werte im funktionalen Zusammenhang betrachten und immer auch die Befunde aus der Vorbesprechung und der klinischen Untersuchung miteinbeziehen.

Umgekehrt kann er durch charakteristische Abweichungen im Blutbild bei einem klinisch unauffälligen Tier einen bestimmten Krankheitsverdacht äußern, den er dann wiederum durch gezielte weiterführende Blutuntersuchungen (Organspezifisches Screening bzw. Profil) und z.B. auch bildgebende Verfahren festigt oder widerlegt.

Für den Laien ist es schwierig ein Blutprofil hinreichend zu beurteilen, da diverse Begleitumstände miteinbezogen und immer auch alle Blutwerte im Zusammenhang betrachtet werden müssen. Beispielsweise deutet eine erhöhte Leukozytenzahl i.d.R. auf eine Entzündung irgendwo im Körper hin. Dieser Parameter kann aber beispielsweise auch durch die Einnahme von Medikamenten (z.B. Cortison) erhöht sein. Andere gleichzeitig veränderte Blutwerte und ein ausführlicher Vorbericht können dem Tierarzt hier den entscheidenden Hinweis geben. Nicht zu unterschätzen sind auch die Erfahrungswerte, die dieser im Laufe der Zeit gesammelt hat. Wie häufig kommt es bei Pferden zu einer Niereninsuffizienz? Gibt es vielleicht eine plausiblere Ursache für die veränderten Nierenwerte etc.?

Kann ich einen Mineralstoffmangel im Blut erkennen?

HufeEine der wichtigsten Aufgaben des Blutes ist die Aufrechterhaltung der Homöostase (Gleichgewicht) im Körper. Nur in seiner gleichbleibenden Beschaffenheit ist das Blut in der Lage pH-Wert, Wasser- und Elektrolythaushalt sowie Körpertemperatur zu regulieren. Das bedeutet, dass der Organismus auch in Mangelsituationen mit allen Mitteln versuchen wird, die Zusammensetzung des Blutes konstant zu halten, selbst wenn er dafür Mineralstoffe aus Depots wie Knochen, Muskeln oder Haut abziehen muss.

Nur durch konstante Umgebungsbedingungen kann die Funktion der Organe – allen voran des Gehirns – letztlich gewährleistet werden.

Um das System Körper also am Laufen zu halten, werden die fehlenden Mineralstoffe bei einer Unterversorgung eben aus Speichern mobilisiert und fehlen zunächst dort. Ein Mineralstoffmangel kann also in der Regel erst dann im Blut nachgewiesen werden, wenn die Reserven bereits weitestgehend erschöpft sind.

Beispielsweise äußert sich ein Zinkmangel zuerst in sprödem Hufhorn und stumpfem Fell, bevor er im Blut sichtbar wird.

Umgekehrt kann es sich z.B. mit Selen verhalten. Viele Pferde haben niedrige Selenwerte, zeigen klinisch aber keinerlei Auffälligkeiten.

Hinzu kommen komplexe Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Mineralstoffen und Spurenelementen, sodass der Mangel des einen Spurenelements auch durch ein anderes verschleiert werden kann. So kann zum Beispiel ein zu niedriger Calciumwert auf einen Vitamin D-Mangel hinweisen.

Letztendlich ist die Diagnose eines bestimmten Mineralstoffmangels also nicht immer und ohne weiteres nur anhand des Blutprofils möglich. Der zuverlässigste Indikator für einen Mineralstoffmangel ist zunächst einmal das Allgemeinbefinden des Pferdes und das klinische Erscheinungsbild. Ergänzend kann eine Blutuntersuchung durchgeführt werden, die allerdings nicht immer aussagekräftig sein muss.

Wie finde ich das passende Mineralfutter für mein Pferd?

Generell macht es Sinn ein Mineralfutter bei zu füttern, da durch die moderne Pferdehaltung der Zugang zu Kräutern und anderen Futtermitteln mit wichtigen Mikronährstoffen doch sehr stark eingeschränkt ist. Allerdings kann ein Zuviel oder das falsche Verhältnis verschiedener Stoffe zueinander auch sehr viel Schaden anrichten.

Bevor man auf gut Glück irgendetwas zu füttert, sollte immer auch die Mineralstoffmenge im Grund- und Kraftfutter in die Überlegung miteinbezogen werden. Letztendlich muss der Bedarf für jedes Tier einzeln ermittelt werden, da die individuellen Ansprüche abhängig sind von Alter, sportlicher Nutzung, Haltung etc.

Alleine die Blutuntersuchung liefert leider nicht immer zuverlässige Hinweise, ob überhaupt ein Mangel besteht und schon gar nicht, welche Mengen welchen Futters denn nun zum Ausgleich erforderlich sind. Das Gesamtbild ergibt sich erst nach Einbeziehung der klinischen Symptome und anderer Auffälligkeiten.

Als Pferdehalter hat man normalerweise ein recht gutes Auge dafür, ob dem Pferd etwas fehlt bzw. ob die Leistung und die Lebenslust nachgelassen haben. Der Tierarzt kann diesem ersten Verdacht genauer auf den Grund gehen und unter anderem mit Hilfe einer Blutuntersuchung einen eventuellen Mineralstoffmangel aufdecken. Er wird auch die Haltungsbedingungen und die Fütterung genauer hinterfragen müssen, um letztlich zu dem Schluss zu kommen, dass der Zusatz eines Allround-Mineralfutters oder vielleicht auch nur eines Vitamin E- und Selen-Präparates notwendig ist.

Gerade der Einsatz eines hochdosierten einzelnen Mineralstoffes sollte immer nur auf Anweisung des Tierarztes und unter regelmäßiger Kontrolle (ggf. auch der Blutwerte) erfolgen, da eine Überversorgung in manchen Fällen durchaus möglich und eben nicht immer ungefährlich ist.

Vielen Dank für die ausführlichen Antworten!

Wie oft lässt du das Blut deines Pferdes kontrollieren? Machst du regelmäßig ein Blutbild oder immer nur dann, wenn du das Gefühl hast, dass deinem Pferd etwas fehlt?

Übrigens: Oft wird gefragt, was ein Blutbild kostet. Dies ist natürlich von Tierarzt zu Tierarzt und Labor zu Labor unterschiedlich. Außerdem ist es ein Unterschied, ob man ein kleines oder ein großes Blutbild macht und welche Werte untersucht werden sollen. Die Kosten meines letzten großen Blutbildes mit Zink, Selen und Eisen lagen bei rund 160€.

Viele Grüße,

Karo von 360° Pferd

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  4. Hallo Caro,
    Ich finde es super, das Du dieses schwierige Thema aufgegriffen hast. Wenn ich ein Blutbild machen lasse, ruft mich ja meist der Tierarzt zurück, wenn die Ergebnisse da sind! Da rauscht die Beurteilung, wenn jetzt nicht gerade ein eklatanter Mangel vorliegt, oft nur so an mir vorbei! Auch vor den Ausdrucken habe ich schon oft gesessen und mir überlegt, was dies denn nun im Einzelnen so für das Pony bedeutet. Also vielen Dank für diesen tollen informativen Artikeln, den ich übrigens Quellentechnisch super gelöst finde;-)
    Liebe Grüße
    Sabine

  5. Klasse Artikel, Karo! Da hüpft mein Biologenherz und ich kann das Thema (leider) von meiner Liste nehmen 😉

    Ich finde es etwas seltsam wie „in Mode gekommen“ Bluttests bei Pferden geworden sind und frage mich manchmal, ob die Besitzer sich auch einmal im Jahr durchchecken lassen. Die Schwierigkeit besteht ja einfach darin, dass es Momentaufnahme ist und sich Mineralmangel nicht immer unbedingt nur durch das Vorhanden bzw. nicht Vorhanden sein im Blut nachweisen lassen, wenn sich (wie Selen z.B.) die Stoffe auch einfach in Organen anreichern. Kaum Besitzer wissen auch, dass die Referenzwerte Laborabhängig sind. Super, dass Frau Michels darauf hinweist. Ein gut differenziertes Interview!

    Und wie sieht es mit Haaranalyse aus? Kommt da auch noch ein Artikel? 🙂 Liebe Grüße, Saskia

    • Liebe Saskia,
      du darfst trotzdem gerne über das Thema schreiben. Oder du nimmst die Haaranalyse, da hab ich noch nichts zu geplant. 😉
      Ich muss gestehen: Ich lasse das Blut meines Ponys nicht einmal im Jahr untersuchen. Wenn ich das Gefühl habe, es ist was nicht in Ordnung, dann finde ich ein Blutbild in Ordnung. Sonst ist es aber… nicht überflüssig aber auch nicht unbedingt notwendig. Denn wie du schon sagst: Mein Blut wird auch nicht so oft untersucht.
      Liebe Grüße
      Karo

      • Hihi, na mal schauen. Deinen Beitrag finde jedenfalls sehr informativ und als Interview wunderbar gelöst. Ich hätte auch einen Experten zu Rate gezogen. Wird auf jeden Fall noch geteilt!

        Das Blut meines Pferdes wurde auch noch nicht untersuchen. Wie Du sagst, wenn ich das Gefühl hätte, irgendwas stimmt nicht und der Tierarzt rät dazu, würde ich es auf jeden Fall machen, aber da spielen so viele Faktoren eine Rolle.

        Liebe Grüße!!!

  6. Meinst du nicht, dass man solche Artikel lieber den Fachleuten überlässt? Wo sind deine Quellenangaben zu diesem Artikel?

    • Hallo Katrin,
      hierbei handelt es sich um ein Interview mit einer Tierärztin und ich denke Tierärzte sind Fachleute, oder nicht?
      Und weil es ein Interview ist, ist meine Interviewpartnerin Frau Michels meine „Quellenangabe“.
      Viele Grüße
      Karo

    • Ich finde die Kritik hier total unbegründet und auch ein bisschen überflüssig. Ist doch ein Interview mit einer Tierärztin! Damit ist wohl die Frage nach Fachleuten und Quellen irgendwie beantwortet?! Und außerdem ist der Artikel super informativ. Ich hab mich drüber gefreut!

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