Rezension: Alte Meister im Licht der Moderne

Rezension Alte Meister im Licht der Moderne

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Xenophon, Pluvinel, und de la Guérinière – Namen großer Reitmeister, auf die sich heute noch gern bezogen wird. Doch warum fallen in Diskursen und Argumentationen die Namen alter Reitmeister? Und sind deren Lehren und Ansichten überhaupt zeitgemäß? Mit dieser Frage hat sich Julika Tabertshofer in ihrem Buch Alte Meister im Licht der Moderne beschäftigt.

Für ihr Buch hat sich die Autorin, die u.a. bei Bent Branderup und Anja Beran gelernt hat, fünf berühmte Reitmeister rausgepickt (Xenophon, Pluvinel, Newcastle, de la Guérinière und de Andrade) und anhand dieser die Entwicklung der Reiterei über die Jahrtausende hinweg dargestellt und unter anderem die entwickelten Übungen und Reitweisen miteinander verglichen. Julika Tabertshofer erläutert den jeweiligen Zeitgeist und bringt die Arbeit mit den Pferden in den jeweiligen gesellschaftlichen Kontext – dieser trägt maßgeblich dazu bei, wie und warum bestimmte Dinge gelehrt wurden. Immerhin, das wird heute oft vergessen, hat die Pferdeausbildung einen militärischen Hintergrund, Pferde wurden jahrhundertelang ausgebildet, um in den Kampf zu ziehen.

Was ich an Alte Meister im Licht der Moderne mag

Die Autorin des Buches Alte Meister im Licht der Moderne hat es geschafft, die Ansichten und Arbeitsweisen der alten Meister für den Laien leicht verständlich aufzubereiten. Das macht das Lesen definitiv leicht und angenehm. Schriftstücke aus älterer Zeit sind in einem anderen Sprachstil verfasst und häufig verfällt ein Autor, der mit diesen Stücken arbeitet, in einen ähnlichen, für uns in unserer heutigen Zeit absolut kompliziert klingenden Stil – das habe ich nicht nur in meinem Studium der Geschichte und der Literatur- und Kulturwissenschaften regelmäßig erlebt. 😉. Eine gute Transferleistung eines Autors ist es aber, diese komplizierten und komplexen Dinge für den Leser aufzuarbeiten – und das gelingt Julia Tabertshofer in jedem Fall.

Besonders schön find ich zudem die zahlreichen historischen Abbildungen, die dem Leser ein besseres Bild der damaligen Pferdewelt geben.

Alte Meister im Licht der Moderne Rezension

Mein Fazit

Das Buch Alte Meister im Licht der Moderne von Julika Tabertshofer ist in jedem Fall eine Bereicherung im Bücherregal und wenn du dich noch nicht mit den Reitlehren der vergangenen Jahrhunderte auseinandergesetzt hast, wirst du sicherlich einige Übungen und Ansichten besser verstehen.

Die Leitfrage: „Wie zeitgemäß sind die Lehren alter Reitmeister aus Antike, Renaissance und Barock?“, die auch auf dem Cover des Buches abgebildet ist, wird für mich persönlich aber zu vage diskutiert. Hier hatte ich eine andere Erwartungshaltung. Die Ansichten der einzelnen Reitmeister werden zwar durchaus ausführlich verglichen und in einen Kontext gebracht, in Bezug auf „zeitgemäß“ kommt mir persönlich dieser Vergleich aber etwas zu kurz. Im Buch wird beispielsweise deutlich erläutert, welchen Nutzen bestimmte Übungen in der damaligen Zeit hatten, in der Pferde vorwiegend für militärische Zwecke genutzt und ausgebildet werden. In diesem Zusammenhang fällt zum Beispiel, dass Lektionen über der Erde, Schulsprünge, nicht mehr zeitgemäß sind und heute nur noch als Showelemente gezeigt werden. Hier folgt der Hinweis, dass diese Übungen bei falscher Ausbildung schädlich seien und sich das Pferd verletzen könnte. Dieser Hinweis ist sicherlich richtig und wichtig – aber er ist gleichzeitig auch sehr nichtssagend, weil es im Grunde bei allen Dingen so ist. Auch hätte ich mir gewünscht, dass verschiedene Aspekte nicht nur in der Ausführung der fünf vorgestellten Reitmeister verglichen worden wären, sondern dass man diese in einen Zusammenhang mit den verschiedenen modernen Reitweisen und Reitstilen gebracht hätte.

Diese Kritik mag vielleicht daher rühren, dass ich vor nicht allzu langer Zeit das Buch Geschichte des Reitens – Von der Antike bis zur Neuzeit von Michaela Otte aus dem FN-Verlag gelesen habe, in dem die Geschichte des Reitens und der einzelnen Epochen sehr schön dargestellt und teilweise sogar verglichen wurde und ich mir daher mehr Diskurs als Darstellung von Julika Tabertshofers Buch erwartet habe. Dennoch: Wenn du dich bislang noch nie mit der Geschichte des Reitens und den Lehren berühmter Reitmeister auseinandergesetzt hast, wirst du aus dem Buch Alte Meister im Licht der Moderne sicherlich vieles mitnehmen können.

Das Buch Alte Meister im Licht der Moderne – Wie zeitgemäß sind die Lehren alter Reitmeister aus Antike, Renaissance und Barock? von Julika Tabertshofer ist im Cadmos-Verlag erschienen. Wenn du das Buch lesen möchtest, kannst du es hier bestellen:

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