Clickertraining Pferd

Clickertraining mit Pferden: Was ist das und wie funktioniert es?

Zuletzt aktualisiert am 23. September 2021 von Karolina

Was ist und wie funktioniert Clickertraining? Diese Frage habe ich mir vor vielen Jahren gestellt, als ich in einem Buch von Christa Arz etwas über Clickertraining las. Zugegeben: Jahrelang war ich skeptisch (warum, erzähl ich dir gleich). Doch je mehr ich im Laufe der Zeit über das Thema gelesen und die Idee dahinter verstanden und je mehr ich mich damit auseinandergesetzt habe, desto faszinierter war ich. Was Clickertraining ist, wie es funktioniert und warum ich heute auch so eine Clickertante bin, verrät dir dieser Beitrag.

Als Clickertraining wird das Training mit positiver Verstärkung bezeichnet. Das heißt ganz vereinfacht: Dein Pferd führt eine Übung wie gewünscht aus und bekommt dafür Lob in Form eines Leckerli. Weil zwischen dem zu bestärkenden Verhalten und dem Füttern häufig zu viel Zeit vergeht und dein Pferd nicht genau weiß, welches seiner Verhaltensweisen am Ende von dir belohnt wird, markiert der Clicker, ein „Knackfrosch“ mit dem Klick-Geräusch den exakten Moment.

Das weiß dein Pferd natürlich nicht sofort. Damit deins Pferd die Verknüpfung versteht, wird die Verbindung Klickgeräusch – Futter vorab konditioniert. Keine Sorge, Pferde lernen sehr schnell! Im Hundebereich und bei der Arbeit mit Zootieren ist das Clickertraining schon lange verbreitet. Im Pferdebereich ist es noch ein Nischenthema.

Um dir die Hintergründe des Clickertrainings etwas näher zu bringen und dir verständlicher zu machen, warum das Clickertraining nicht nur ein stumpfes Vollstopfen des Pferdes mit Keksen ist, sondern durchaus sinnvoll und effektiv, müssen wir ein wenig in die Lerntheorie einsteigen. Aber keine Angst, das ist nicht so kompliziert wie du vielleicht denkst.

So lernen Pferde

Um zu verstehen, wie das Clickertraining wirkt, ist es wichtig zu wissen, wie Pferde überhaupt lernen.

Grundsätzlich wird zwischen den folgenden Lernmethoden unterschieden:

  1. Lernen durch Nachahmung
  2. Gewöhnung (Habituation)
  3. Lernen durch Konsequenzen

Lernen durch Nachahmung

Beim Lernen durch Nachahmung lernt ein Pferd, indem es etwas nachahmt, was es bei anderen Pferden sieht. Kommt ein Pferd neu in einen Stall mit automatischer Tränke und es hat diese noch nie bedient, lernt es von den anderen Pferden der Herde, wie sie funktioniert.

Gewöhnung (Habituation)

Das Lernen durch Gewöhnung (Habituation) bedeutet, dass ein Pferd immer wieder einem Reiz ausgesetzt ist, der weder positive noch negative Folgen mit sich bringt. Das Pferd lernt, dass es auf diesen Reiz nicht reagieren muss.

Gewöhnung ist ein lebenslanger Lernprozess, der insbesondere für das Fluchttier Pferd, das seine Energie bewusst und sparsam einsetzt, wichtig ist. Ein junges Pferd reagiert auf ein schnell vorbeifahrendes Auto mit Angst, Stress und Unsicherheit. Je häufiger dieses Pferd aber von Autos überholt wird und dabei die Erfahrung macht, dass der Reiz keine Konsequenz mit sich bringt, desto weniger reagiert es darauf.

Lernen durch Konsequenzen

Beim Lernen durch Konsequenzen entsteht eine Verbindung zwischen einem Verhalten und einem Reiz. Diese Lernform spielt im Pferdetraining die wichtigste Rolle – und zwar egal, ob du mit Clicker oder ohne arbeitest. Beim Lernen durch Konsequenzen wird unterschieden zwischen der sogenannten klassischen Konditionierung und der operanten Konditionierung.

Klassische Konditionierung: ein neutraler Reiz wird zum Schlüsselreiz

Bei der klassischen Konditionierung wird ein eigentlich neutraler Reiz zunächst zum Schlüsselreiz und später sogar zum Auslöser für ein bestimmtes Verhalten. Das bekannteste Beispiel der klassischen Konditionierung ist der Pawlowsche Hund. Der russische Forscher Iwan Pawlow hat 1905 in einem Experiment herausgefunden, dass Hunde allein beim Erklingen eines Glockentons zu speicheln beginnen, wenn dieser wiederholt kurz vor der Futtergabe zu hören war. Die Hunde lernten, dass auf den akustischen Reiz das Futter folgt.

Bei der klassischen Konditionierung geht es aber nicht nur um positive Dinge (Glocke -> Futter). Hat ein Pferd Schmerzen beim Reiten und dadurch Stress, kann allein der Anblick des Sattels negative Emotionen auslösen.

Operante Konditionierung: Lernen am Erfolg

Die operante Konditionierung ist das Lernen am Erfolg. Das Pferd kommuniziert und interagiert aktiv mit seiner Umwelt und lernt durch Konsequenzen. Konsequenzen können positiv und negativ sein.

In der Lerntheorie wird von Belohnung (= etwas Angenehmes) und Strafe (= etwas Unangenehmes) gesprochen.

Wichtig: Positiv und negativ haben in diesem Fall nichts mit gut oder schlecht im Sinne der menschlichen Wertvorstellung zu tun, sondern es handelt sich um mathematische Größen: hinzufügen (+/positiv) und entfernen (-/negativ).

Auf diese Weise entstehen vier Lernquadranten:

  1. Positive Verstärkung: Etwas Positives (z.B. Futter) wird hinzugefügt -> Das Verhalten wird häufiger gezeigt.
  2. Negative Verstärkung: Etwas Unangenehmes (z.B. treibende Hilfe) wird entfernt -> Das Verhalten wird häufiger gezeigt.
  3. Positive Strafe: Etwas Unangenehmes (z.B. Gertenschlag) wird hinzugefügt -> Das Verhalten wird seltener gezeigt.
  4. Negative Strafe: Etwas Angenehmes (z.B. Futter) wird entfernt -> Das Verhalten wird seltener gezeigt.

Mit dem Wissen um die Lerngesetzte hast du die Möglichkeit, dein Training sinnvoll und gut strukturiert zu gestalten und du kannst bei möglichen Problemen gezielter eine Lösung zu finden. Denn die richtige Konsequenz (Belohnung oder Strafe) im richtigen Moment entscheidet darüber, ob ein Verhalten wieder gezeigt wird oder nicht. Wichtig ist hierbei dein Timing – und dabei ist es egal, ob du mit negativer Verstärkung und vorwärtstreibender Peitsche oder Schenkeldruck oder ob du mit positiver Verstärkung und beispielsweise Futterlob trainierst. Nur wenn die Konsequenz unmittelbar auf das gezeigte Verhalten folg, kann beim Pferd eine entsprechende Verknüpfung stattfinden. Aus diesem Grund lassen sich die einzelnen Lernquadranten auch innerhalb einer Trainingssituation schwer kombinieren.

Klingt kompliziert? Hier kommt ein konkretes Praxisbeispiel:

Negative Verstärkung: Wenn du dein Pferd durch Touchieren der Gerte dazu bringst sein Bein zu heben und den Spanischen Schritt zu zeigen, ist nicht das Leckerli, das du für diesen Trick fütterst, die Verstärkung, sondern das Weglassen der Gertentouchierung. Denn diese Konsequenz folgt unmittelbar auf das gezeigte Verhalten, das Leckerli folgt erst später. Du hast hier also mit negativer Verstärkung gearbeitet.

Positive Verstärkung: Du hast deinem Pferd mit Hilfe eines Targets, eines Wortes oder deiner Körpersprache (also ohne „unangenehmen“ Reiz) beigebracht, sein Vorderbein zu heben und den Spanischen Schritt (oder den intrinzeninspirierten Pantherwalk) zu zeigen. Die Konsequenz darauf ist das Leckerli. Hier folgte auf das gewünschte Verhalten eine positive Verstärkung (der Keks).

So weit, so gut, denkst du dir vielleicht jetzt. Doch warum du clickern solltest, ist dir noch nicht so richtig verständlich.

Der wohl wichtigste Grund:

Clickertraining erhöht die Motivation und somit die Lernbereitschaft deins Pferdes

Die Lernbereitschaft des Pferdes lässt sich beeinflussen.

Stress beispielsweise hemmt die Lernfähigkeit. Bei Stress werden Hormone freigesetzt, die sich an den Hippocampus, die Lernzentrale im Gehirn, setzen und ein klares Denken sowie eine Kontrolle des Fluchtreflexes verhindern.

Positiv beeinflussen lässt sich die Lernbereitschaft des Pferdes durch Motivation. Motivation kann von internen und externen Faktoren gesteuert werden. Ein extrinsischer Motivator ist beispielsweise Futter. Ein intrinsischer Motivator kann neben hormonellen Abläufen (wie die Rosse) auch Hunger und bereits gemachte Erfahrungen sein.

Jeder, der sich mit dem Lernverhalten auseinandersetzt und sein Pferd nachhaltig und langfristig motivieren möchte, landet über kurz oder lang beim Clickertraining. Bei dieser Form der positiven Verstärkung folgt auf das erwünschte Verhalten ein Futterlob.

Clickertraining ohne Leckerli: Ohne Futterlob geht’s nicht

Futter ist für Pferde ein hoher Motivator und schnell verfügbar. Natürlich könntest du dein Pferd auch kraulen. Aber die Erfahrung zeigt, dass die Motivation deutlich geringer ist.

Bei unserem Hund beispielsweise haben wir anfangs auch versucht zu clickern. Er kommt aus dem Tierschutz, war anfangs extrem unsicher und hat bis heute stets einen recht hohen Stresspegel bei (bestimmten) äußeren Reizen. Wir dachte, dass das Clickern gut wäre. Abgesehen davon, dass er anfangs unglaublich Angst vor dem Klick-Geräusch hatte, hat die Futterverstärkung bei ihm überhaupt nichts gebracht. Hatte er Stress, hat er gar kein Futter genommen. Bei ihm war das Kraulen und Streicheln oder auch das Spielen ein viel hochwertigerer Verstärker. Deswegen haben wir das Clickerexperiment bei unserem Hund sein lassen und sind wieder zurückgegangen zum „klassischen Training“.

Beim Pferd ist es anders. Pferde lassen sich mit Futter enorm motivieren. Und genau hier liegt auch die Gefahr: Wenn wir Menschen ungenau trainieren, kann das Clickertraining schnell ein schnappendes, da überfordertes Pferd hervorbringen. Genau das war übrigens für mich der Grund, warum ich anfangs total skeptisch dem Clickern gegenüber stand. Mein damaliges Jungpferd kam ziemlich roh und unverbraucht zu mir, wusste aber sehr schnell, dass sich in Jackentaschen Futter befinden könnte. Das hat es nicht bei mir gelernt, in meinen Taschen gibt es eigentlich nie Futter.

Außerdem ist mein Pferd extrem maulfixiert – ich schieb es darauf, dass es ein Herztyp ist nach den Typen der TCM. Meine Sorge war, dass ich das maulfixierte Schnappverhalten verstärke. Das wollte ich nicht.

Über die 👉 Fehler beim Clickertraining, die auch ich anfangs gemacht habe, hab ich mit Clickerexpertin Nina Steigerwald gesprochen, deren Onlinekurse* ich dir übrigens sehr empfehlen kann, wenn du in das Thema einsteigen möchtest.

Ich weiß, dass es sehr viele dicke Pferde gibt, die keine Kekse bekommen sollten. Für diese Pferde ist mein Tipp: die Mineralfutter-Ration (wenn es gern gefressen wird) oder Heucops zum Trockenfüttern. 👉 Hier findest du eine Übersicht zahlreicher gesunder Leckerli-Empfehlungen meiner Instagram-Community.

Cover Onlinekurs Rückenfitte Pferde

Mit dem Onlinekurs „Rückenfitte Pferde“ bekommst du nicht nur ein grundlegendes Verständnis für gesunderhaltendes Pferdetraining sowie Einblicke in Anatomie und Biomechanik, sondern du lernst, wie du dein Pferd rückenfit trainieren kannst und worauf es dabei wirklich ankommt.

Für welche Übungen ist das Clickertraining sinnvoll?

Kurze Antwort: Für alle.

Ich selbst bin über die Zirkustricks zum Clickern gekommen. Du weißt ja, Fluchttiere müssen ihre Energie gut zusammenhalten. Und mein Pferd hielt seine Kräfte sehr erfolgreich beisammen. Anders sah es aus, als ich mit dem Clicker und Keksen um die Ecke kam. Schwupps, schon war die Energie da.

Es hat doch einige Jahre gedauert, bis ich das Clickern wirklich schätzen gelernt habe. Meist war irgendwie stressig. Was daran lag, dass ich mich einfach viel zu wenig mit der Theorie beschäftigt und mein eigenes Timing trainiert habe (hier nochmal der Verweis auf das Interview mit Nina Steigerwald). Dann kam ich zu Intrinzen und es fiel der Entschluss, dem Training mit positiver Verstärkung eine neue Chance zu geben.

Heute mache ich sehr viel mit dem Clicker, vor allem im Bereich des propriozeptiven Pferdetrainings und beim Freispiel also eigentlich ausschließlich Bewegungsübungen – beispielsweise das 👉 intrinzeninspierte Training, das 👉 Training mit Plufsig, das Podesttraining, den Spanischen Schritt (mittlerweile Pantherwalk), „Pferdefußball“ und das 👉 Wippentraining. Das siehst du auch immer mal wieder in meinem 👉 Onlinekurs Rückenfitte Pferde. Zwischendurch übe ich immer mal wieder die Höflichkeit (Füttern vor der Brust, warten bis der Keks dort ist usw.) und ganz selten clicke ich Entspannung. Das mach ich nur, wenn zu viel Energie vorhanden ist und wir „runterfahren“ müssen.

Das Problem dadurch ist, dass mein Pferd sehr, sehr motiviert ist, wenn ich den Clickerbeutel trage. Das ist auch super. Es ist halt einfach nur immer auch viel Energie da. Ich find das okay. Aber nicht jeder findet das ok. Hier musst du für dich einen individuellen Weg finden. Es gibt durchaus auch ruhige Clickerübungen, beispielsweise das Erkennen von Farbunterschieden (eine super Übung, du darfst nur nicht unterschätzen, wie anstrengend sie für den Kopf deines Pferdes ist, weil es sich enorm anstrengen muss), das Umstupsen von Hütchen oder das Fangen/Anziehen eines Reifens.

Immer beliebter ist das Clickern in Problemsituationen, beispielsweise beim Hängertraining oder beim Tierarztbesuch (Stichwort hier: Medical Training).

Nicht nur ich bin Fan des Pferdetrainings mit positiver Verstärkung, sondern auch immer mehr Pferdefreunde. Vor einigen Jahren habe ich zum Beispiel mal mit Ann-Christin Vogler, bekannt als Pferdefotografin unter dem Namen Ponyliebe, über das Clickern gesprochen und sie gefragt:

Warum hast du mit Clickertraining angefangen?

Rán war eine ganze Zeit lang wirklich ein Unglücksrabe und hat jegliche Krankheit angezogen wie ein Magnet. Da hat sie nicht nur gehustet, nein, sie ging auch noch lahm und hatte einen Hufabszess. Herrje. Tolle Kombi…

Weil sie schon sehr alt ist und wir Angst hatten, dass sie uns abbaut, wenn sie nur steht, haben wir nach Beschäftigungsmöglichkeiten gesucht, die im Rahmen der Verletzungsserie möglich war. Dabei bin ich auch aufs Clickern gestoßen und habe völlig unbedarft einfach mal angefangen. Heute lächel ich da drüber, aber im Endeffekt ging alles gut und Rán und ich haben uns zusammengerauft.

Das ich damals damit angefangen habe, war ein wahrer Glücksgriff – aus einer eher holprigen Mensch-Pferd-Beziehung wurden wir zu einem unschlagbaren Dreamteam, dass sich blind vertraut. Rán tut es sichtlich gut, auch mal Nein sagen zu dürfen und mitzudenken!

Anmerkung am Rand: Bitte nicht einfach wie ich damit anfangen, sondern viel lesen und überlegen vorher und im besten Fall am Anfang mit Trainer arbeiten 😀

Mit dem Clickertraining starten

Die wichtigste Grundlage, die dein Pferd lernen muss, ist folgende: Ein Klickgeräusch ertönt und kurz darauf kommt ein Keks.

Hierfür machst du nichts anderes als neben deinem Pferd zu stehen, zu clicken und ihm sofort danach einen Keks zu geben. Wenn du deine Futterhand direkt immer in der Tasche hast, geht das am schnellsten. Achte auch am Besten von Anfang an darauf, dass du nur vor der Pferdebrust fütterst, dass dein Pferd den Keks nur bekommt, wenn es höflich wartet und nicht, wenn es hampelt. Auf keinen Fall gibt es Click und Keks, wenn dein Pferd die Nase in den Leckerlibeutel steckt (Pferdenasensperrgebiet) oder wenn es scharrt oder ähnliches unerwünschtes Verhalten zeigt.

Die allermeisten Pferde haben das sehr schnell raus.

Danach kannst du dazu übergehen, erste Übungen zu clickern. Eine klassische Übung ist das Berühren eines Targets. Ein Target kann eine Poolnudel sein oder ein Ball, der auf einem Stab sitzt. Es kann aber auch genau so gut ein Hütchen sein.

Die Aufgabe lautet: Dein Pferd soll mit der Nase/dem Huf/dem Ohr das Target berühren -> Klick -> Keks.

Sobald die Target-Konditionierung sitzt, könnt ihr loslegen und Spaß haben. Denn das ist das allerwichtigste!

Ein Tipp: Wenn du wissen willst, wie es sich anfühlt geclickert zu werden und nicht zu wissen, was erwartet wird, empfehle ich dir von Herzen das Spiel Train the trainer. Clickertraining für Menschen (selbst mein nicht-pferdeaffiner Mann hat sehr viel Spaß dabei!).

Steht das Clickertraining auch bei dir auf dem Trainingsplan? Wie hast du angefangen und was sind deine Erfahrungen? Oder willst du das Clickern beginnen und hast noch offene Fragen? Dann freu ich mich auf deinen Kommentar!

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7 Kommentare zu „Clickertraining mit Pferden: Was ist das und wie funktioniert es?“

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  2. Hallole,

    seit einem „Augen öffnenden“ Moment mit meinem Ponymann ist klar, dass sich im Training etwas ändern muss. Er lernt unglaublich schnell und gerne, aber wird auch schnell giftig, wenn er der Meinung ist, die Übung ist jetzt gut genug ausgeführt. Bisher haben wir mit Leckerlis und Stimmlob gearbeitet, gestern dann fing er mitten in der Übung an zu betteln und stieg, als ich ihm nicht sofort ein Leckerli gegeben habe. Das geht absolut gar nicht, also habe ich mir überlegt, mit ihm das Clickertraining anzufangen. Damit kann man einfach präziser loben, als mit Stimme und Leckerlis.
    Allerdings habe ich tatsächlich eine Frage:
    Wenn ich das Prinzip richtig verstanden habe, wird bei jedem richtigen (=erwünschten) Verhalten geklickt und dann gefüttert. Das würde aber auch heißen, dass ein Weglassen des Klickens unerwünschtes Verhalten markiert. Wenn aber das Pferd jetzt z. B. mittels Klicker erlernt hat, einen Schritt seitwärts zu gehen (Schritt seitwärts – klick – Leckerli) und ich möchte diese Übung auf zwei oder drei Schritte erweitern, gebe ich Schritt – klick – Leckerli – Schritt – klick – Leckerli. Soweit klar. Allerdings ist diese Übung dann nicht wirklich flüssig, da immer wieder fürs Leckerli unterbrochen wird. Oder?
    Genauso ist es dann beim Longieren. Wenn ich meinem Pferd erklären möchte, dass es fleißiger untertreten soll, klickere ich, sobald es das tut und halte an, um ein Leckerli zu geben. Am Anfang fürs Verständnis sicher gut, aber der Schritt soll ja flüssig und losgelassen sein, und nicht ständig für Leckerlis unterbrochen werden. Oder habe ich einen Denkfehler? 😀

    Selbstverständlich werde ich nicht einfach „wild drauf los“ clickern, sondern mir entsprechende Literatur zulegen und mich im Vorfeld gut informieren.

    Vielen lieben Dank für den Artikel und ganz liebe Grüße!

    Lena

  3. Hei du!
    Ich bin gerade auf deinen Blog aufmerksam geworden.. Er gefällt mir echt gut und ich finde du erklärst das mit dem Klicker ziemlich gut und logisch. Da ich im Rahmen meiner Facharbeit auch noch eine mündliche Quelle oder so etwas wie ein Interview brauche, dachte ich mir, ich frage dich mal. Es sind nur 3-4 Fragen und ich würde mich wirklich freuen wenn du dich bereit erklären würdest.
    Danke schonmal, Jana 🙂

    1. Liebe Jana,
      Danke für den netten Kommentar!
      Hierbei handelt es sich um ein Interview, deswegen würde ich dich an Ann-Christin von Ponyliebe verweisen.
      Auch Mata Pohl könntest du anschreiben, sie hat ein Buch zu dem Thema geschrieben und für Pferdefreunde einen Gastbeitrag verfasst.
      Viele Grüße und viel Erfolg mit deiner Arbeit!
      Karo

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