Gesundes Reitpferd dank kreativer Bodenarbeit

Mit kreativer Bodenarbeit die Tiefenmuskulatur stärken und den Rumpf stabilisieren

Zuletzt aktualisiert am von Karolina

Hast du dich auch schon so manches Mal gefragt, was der Sinn meiner Art des Pferdetrainings ist? Gymnastikmatten? Podesttraining?? Propriozeption??? All das spaßig anmutende Training hat einen Sinn: ein Reitpferd mit einem gesunden Bewegungsapparat. Und wie das eine mit dem anderen zusammenhängt, möchte ich dir hiermit gern erklären.

Ich gebe zu: Ich vermittle meist den Eindruck, als gehe es mir einfach nur um eine spaßige Abwechslung für Pferdebesitzer, die entweder keine Lust auf „klassisches“ Training haben oder denen dieses Training zu „anspruchsvoll“ ist.

Dieser Eindruck täuscht.

Damit ein Pferd in der Lage ist Reitergewicht zu tragen und sich mit dem Reiter auf seinem Rücken gut ausbalancieren kann, muss seine Muskulatur entsprechend trainiert werden. Und dabei gilt, dass das Training von innen nach außen stattfinden sollte.

Die äußeren Muskeln siehst du, wenn sich dein Pferd bewegt. Es sind die Muskeln, bei denen du sagst „Wow!“

Die tiefen Muskeln siehst du dagegen nicht. Sie befinden sich ganz dicht an der Wirbelsäule und an anderen Gelenken und stabilisieren diese.

Es ist die sogenannte Haltemuskulatur, die in der Regel nicht bewusst bewegt werden kann. Diese tiefen Muskeln enthalten sehr viele Propriozeptoren und sie sind neben der Stabilisierung auch für die Feinmotorik, als die Stellung von Wirbelsäule und Gliedmaßen, zuständig. Mit ihrer Hilfe ist dein Pferd beispielsweise in der Lage, sich beim Schulterherein korrekt zu stellen und zu biegen und seine Hufe exakt zu platzieren.

Diese tiefen Muskeln kannst du ganz besonders gut mit Koordinationsübungen ansprechen.

All das, was du bei mir siehst, Gymnastikmatten, Stangen, Podeste und ähnliches, trainieren die Koordination und sprechen die Tiefenmuskulatur an. Übrigens erzähle ich in meinem Beitrag zum Thema Koordination noch mehr darüber, was es mit Koordination auf sich hat und warum eine gute Koordination so wichtig für Pferd und Reiter ist.

Du siehst also: Was wie reine Spielerei mit dem Pferd wirkt, hat ein konkretes Ziel: ein gesundes Reitpferd.

Mit Koordinationsübungen kann vom Boden aus die Tiefenmuskulatur des Pferdes gestärkt werden

Warum diese Spielerei fragst du dich jetzt vielleicht. Geht das nicht auch „ernster“?

Na klar. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass das „ernste“ Training viele Reiter abschreckt. Sie denken es sei für sie zu anspruchsvoll und sie könnten es niemals umsetzen.

Oder sie wissen nicht einmal, dass der Rumpf ihres Pferdes eigentlich nicht stark genug ist, um ihr Reitergewicht zu tragen. Diese Beobachtung kann ich vor allem bei sehr vielen Islandpferden machen. Durch die kreative Bodenarbeit tun sie ihrem Pferd etwas Gutes, ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein.

Ich möchte zeigen, dass es auch anders geht. Dass auch mit kreativer Bodenarbeit und jeder Menge Spaß (auf Seiten von Mensch UND von Pferd) die Basis für ein gesundes Reiten gelegt werden kann.

Beispiel: Geraderichtung

Jedes Pferd hat eine hohle Seite und somit eine natürliche Schiefe. Die Muskulatur der hohlen Seite ist verkürzt und zeigt weniger Dehnungsbereitschaft.

Wichtigstes Ziel des gesunderhaltenden Reitens sollte sein, sein Pferd geradezurichten. Nur dann kann ein biomechanisch korrekter Bewegungsablauf stattfinden und nur dann kann dich dein Pferd tragen, ohne dass seine Gelenke zu stark belastet werden.

Ist dein Pferd nicht gerade, sind die Bewegungsabläufe der beiden Seiten unterschiedlich gut koordiniert. Dein Pferd hat außerdem links und rechts unterschiedlich viel Kraft.

Bei einem Pferd, das im Rahmen des Trainings geradegerichtet wurde, sind die Koordination und die Kraft auf beiden Händen mehr oder weniger gleich gut.

Natürlich erreichst du dies, indem du dein Pferd entsprechend reitest.

Doch hier stößt so manch einer an seine Grenzen, denn nicht jeder von uns ist ein Profireiter. Und häufig sorgt der Gedanke daran, dass man am besten nur Lektionen reitet, die der Geraderichtung des Pferdes dienen, für eine innere Blockade.

Deswegen finde ich es so toll und so sinnvoll, dass es auch andere Möglichkeiten gibt, sein Pferd gesunderhaltend zu trainieren. Und zwar mit Übungen, die der Koordination dienen und eher nicht zur klassischen Ausbildung gehören.

Wenn du beispielsweise mit deinem Pferd eine Trainingseinheit am Boden machst und dabei Stangen, instabile Untergründe, vielleicht ein Podest und noch die ein oder andere isometrische Übung einbindest, schulst du unter anderem die Koordination deines Pferdes, verbessert seine Balance und stabilisierst seinen Rumpf.

Eine meiner Lieblingsübungen ist das Stückeln von Bewegungen. Klingt super simpel, fällt den meisten Pferden aber ziemlich schwer.

Mach es doch einfach mal nach und versuch im Zeitlupentempo über eine Stange zu steigen. Merkst du, wie deine Rumpfmuskulatur arbeiten muss? Genau so ist es auch bei deinem Pferd.

Mit kreativer Bodenarbeit kannst du die tiefen Muskeln deines Pferdes ansprechen, die vor allem eine Stütz- und Haltefunktion haben und die Wirbelsäule stabilisieren

Wenn du nun Lust bekommen hast, auch mit deinem Pferd kreativer und gleichzeitig aber effektiv an Dingen wie Rumpfstabilität, Koordination und Balance zu arbeiten, empfehle ich dir meinen Onlinekurs Mehr Balance mit kreativer Bodenarbeit. Gern komme ich aber auch für eine Übungseinheit, einen Workshop oder einen Tageskurs zu dir an den Stall. Schreib mir hierfür einfach eine E-Mail!

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